Babypflege – Wickeln und Windeln

Im Mittelpunkt der täglichen Pflege steht das mehrmalige Wickeln, denn die Babys sind noch nicht in der Lage ihre Ausscheidungen zu kontrollieren. Neugeborene müssen täglich sieben- bis achtmal eine neue Windel erhalten. Mit zunehmenden Alter muss die Windel dann nur noch ungefähr fünfmal gewechselt werden.

Richtig wickeln – Die Wahl der richtigen Windel

Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Windeltypen entwickelt. Diese sollen die Babypflege erleichtern und natürlich wenig Hautreizungen hervorrufen.

mother changing baby's diaper
Windeln wechseln -gewusst wie

Grundsätzlich unterscheidet man Stoffwindeln, welche in Kombination mit Wickelfolien, Gummihöschen oder Schafwoll- bzw. Microfaserhöschen benutzt werden und Einmalhöschenwindeln. Hierbei bilden die Windel und das Höschen eine Einheit.

Stoffwindeln

Traditionell besteht diese Windel aus einem quadratischen, weichen Baumwolltuch. Es wird zum Wickeln zu einem Dreieck gefaltet. Weiterhin wird dann eine zweite Mullwindel mehrfach gefaltet und zu einem rechteckigen Steg zusammengelegt. Diese wird dann mit dem großen Windeldreieck kombiniert. Durch diese zusätzliche Einlage schafft man ein dickes Saugpolster für den Urin.

Eine Stoffwindel kann daneben auch mit einer Flieseinlage kombiniert werden. Hier lassen sich dann starke Verunreinigungen durch den Stuhl leichter entfernen.

Auf jeden Fall kommt über jede Stoffwindel eine Wickelfolie, eine Gummihose oder auch eine Schafwollhose oder Microfaserhose. Dadurch wird das Windelpaket abgedichtet und die Kleidung wird so nicht durchnässt.

Bei der Verwendung von Gummihöschen ist zu beachten, dass diese sehr gut abdichten, aber keine Luft an den Babypo lassen.

Wickelfolien werden über der Stoffwindel zusammen geknotet. Die Atmung ist hier etwas besser und sie halten auch gut trocken.

Schafwollhöschen aus ungebleichtem Material dichten nicht gerade optimal ab, aber dafür lassen sie viel Luft an die Babyhaut.

Microfaserhöschen bestehen innen aus saugfähiger Baumwolle und außen aus Microfaser. Sie halten trockener und sind daher besonders gut für die Nacht geeignet.

Heute werden Stoffwindeln noch relativ selten verwendet. Allerdings sind sie bei Hautreizungen von Vorteil.

Bei der Verwendung der traditionellen Stoffwindel werden am Anfang ungefähr 24 Mullwindeln und zwei Überhöschen benötigt. Dabei sollte man bei 12 Windeln eine etwas dünnere Qualität wählen. Der Grund liegt darin, dass dann das Paket aus zwei Windeln nicht zu dick wird. Mit der Zeit ist es ratsam zusätzlich nochmals 12 dickere Windeln anzuschaffen.

Bei der Verwendung von Stoffwindeln aus natürlichem Material besteht aber auch ein Nachteil. Sie müssen mit viel Aufwand umweltschonend gewaschen werden. Verschmutzte Windeln müssen vorab erst grob ausgewaschen werden und kommen dann anschließend in die Maschine gewaschen. Es ist notwendig die Windeln im Kochwaschgang zu behandeln, damit sie dann auch richtig sauber werden. Dabei ist der hohe Energieverbrauch nicht zu unterschätzen.

In manchen Städten bieten Windeldienste einen Service an. In der Regel stellen sie eine komplette Windelausrüstung leihweise zur Verfügung. Die verschmutzten Windeln werden dann in regelmäßigen Abständen gegen frische getauscht. Allerdings muss gesagt werden, dass hier die Kosten nicht ganz unbeträchtlich sind. Im Vergleich liegen sie etwa genauso hoch , wie bei den Einmalhöschenwindeln.

Waschbare Windelsysteme

Waschbare Höschenwindeln vereinen die Vorteile der traditionellen Stoffwindel mit dem Anwendungskomfort der Wegwerfwindel. Die Verschlusssysteme sind besonders praktisch und ganz daneben sitzen die Windel äußerst bequem.

Bei den waschbaren Wickelsystemen kann man zwischen den sogenannten Komplettsystemen und Windelhöschen mit separater Überhose wählen. Man kann hier die Saugfähigkeit des Baumwollmaterials durch zusätzliche Stoffwindeleinlagen oder Flockenwindeln verbessern. Allerdings ist auch hier die Anschaffung relativ teuer.

Normal werden hier 15 bis 20 Komplettsysteme oder auch die gleiche Menge Windelhöschen und zusätzlich noch ungefähr fünf Tage – und drei Nachtüberhöschen benötigt.

Einmalhöschenwindeln

Father playing with baby feet after change diaper
Was ist die richtige Windelart?

Höschenwindeln bestehen schon wie der Name es sagt aus einem Höschen und einer Windel in einem. Sie sind in verschiedenen Größen für Neugeborene, Säuglinge und schon ältere Babys erhältlich.

Die Höschenwindeln bestehen außen aus einem wasserundurchlässigem Material. Das Bündchen ist elastisch und sorgt so für einen sicheren Abschluss an Bauch und Rücken sowie den Oberschenkeln. Den Verschluss bilden hier praktische Klebebänder oder Klettverschlüsse. Diese sind wieder verschließbar. Mitunter werden auch unterschiedlich geformte Höschenwindeln für Mädchen und Jungen angeboten. Allerdings haben hier verschiedene Tests erwiesen, dass normal die klassische Unisex-Form genauso gut ist.

Ein Neugeborenes gibt innerhalb von 24 Stunden ungefähr 100 bis 300 Milliliter Urin ab. Bei einem älteren Säugling sind es rund 500 Milliliter. Diese gesamte Flüssigkeitsmenge muss dann von den Windeln aufgesaugt werden.

Bei den Einmalwindelhöschen sind dafür Zellstofflagen vorgesehen, zwischen diesen befindet sich ein zusätzliches spezielles Gel, welches die Flüssigkeit bindet. Dadurch wird der Urin von der Haut des Babys fern gehalten. Infolge bleibt der Po im Vergleich zu Stoffwindeln trockener. Das Baby fühlt sich wohler und der Po wird auch nicht so schnell wund.

Beim Windelkauf sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sich die Höschenwindeln optimal an die Körperform des Babys anpassen. Es sollten nur Windeln gekauft werden, welche genau auf das Gewicht des Kindes abgestimmt sind. Die Windeln dürfen nicht zu eng sein, aber auch nicht zu weit. Dabei kann es dann sehr leicht passieren, dass sie seitlich auslaufen. Im Schritt müssen sie so breit sein, dass sie auch bei Nässe noch stabil bleiben. Ein weiterer Effekt besteht darin, dass die Beinchen des Säuglings durch diesen Breitwickeleffekt so gespreizt sind, dass sich die Hüfte gesund entwickeln kann.

Es müssen auch nicht immer teure Markenwindeln sein. So können tagsüber generell preiswerte Windeln verwendet werden. Da diese hier ohnehin öfters getauscht werden. Nachts sollte dann ein hochwertiges Produkt mit optimaler Saugkraft Verwendung finden. Der Umwelt zu Liebe ist es ratsam, ungebleichte Windeln zu kaufen.

Flockenwindeln

Die sogenannten Flockenwindeln sind die Vorläufer der heute üblichen Einmalhöschenwindeln. Sie bestehen aus breiten Streifen aus Zellstoff, welche mit Wickelfolie fixiert und dann in ein spezielles Gummihöschen gesteckt werden. Ein Nachteil besteht hierbei darin, dass das Baby einen ständigen Hautkontakt mit der Folie bzw. dem Gummihöschen hat. Dabei kann es schnell zu Hautreizungen kommen.

Windelsysteme im Vergleich

Baby mit Teddy
Tipps für Windeln und das richtige Wickeln beim Baby

Bei der Wahl eines Windelsystems sollte auf alle Fälle die Verträglichkeit im Vordergrund stehen.

Stoffwindeln aus reiner Baumwolle und auch waschbare Windelhöschen weisen ein sehr geringes Allergiepotential auf. Allerdings sind hier keine praktischen Flüssigkeitsspeicher wie die mit Spezialgel ausgestatteten Höschenwindeln besitzen, vorhanden. Eine starke Durchfeuchtung kann dazu führen, dass Kinder bei Stoffwindeln aus natürlicher Baumwolle leichter am Po wund werden können.

Auch Wegwerfwindeln können allergische Reaktionen hervorrufen.

Die Kosten sind abhängig von der Verwendung der jeweiligen Windeln. Wahrscheinlich sind hier die Wegwerfwindeln am günstigsten, aber trotzdem mit einem großen Komfort.

Wie oft wird gewickelt?

Oberstes Gebot ist hier: Das Kind muss neu gewickelt werden, immer wenn es nass ist.

Bei der Verwendung von Stoffwindeln, fühlt man dabei ganz leicht, wenn diese durchfeuchtet sind.

Im Gegensatz dazu hat man bei Windelhöschen sehr oft den Eindruck, dass das Kind noch trocken sei, obwohl es nicht der Fall ist. Hier muss die Windel dann umso genauer kontrolliert werden.

Ein untrüglicher Geruch weist daraufhin, dass das Baby ein „großes Geschäft“ gemacht hat. In diesem Fall muss die Windel schnellstes erneuert werden.

Selbstverständlich ist auch eine frische Windel vor und nach jeder Schlafphase notwendig.

Es ist ratsam das Kind am besten nach jedem Füttern frisch zu windeln, so bringt man dann eine gewisse Regelmäßigkeit in den Tagesablauf. Die meisten Kinder entleeren während des Trinkens ihren Darm. Der Grund hierfür liegt darin, das der Saugreflex mit dem Entleerungsreflex gekoppelt ist. Allerdings sollte man das Kind schon vor der Mahlzeit wickeln, wenn es nach dem Trinken zum Erbrechen oder auch Spucken neigt.

Weiterhin sind immer frische Windeln notwendig, wenn das Baby für eine längere Zeit nicht auf den Wickeltisch gelegt werden kann, also unter anderem vor jedem Ausflug oder Arztbesuch. Dennoch sollten immer für den Notfall Ersatzwindeln mitgenommen werden.

Der Wickelplatz

Am Wickeltisch verbringen die Eltern doch sehr viel Zeit mit ihrem Kind. Der Platz sollte daher besonders kuschelig und angenehm warm sein. Es sollten sich hier das Baby und auch die Eltern gleichermaßen wohl fühlen.

Der Wickelplatz selbst dient nicht nur der Hygiene-Prozedur. Es können hier beim Wickeln quengelige Kinder beruhigt werden. Man schäkert, schmust und spielt. Eltern und Kind genießen hier gemeinsam den engen Hautkontakt.

Die Wickelfläche muss mindestens eine Breite von 80 cm und eine Tiefe von 70 cm besitzen. Spezielle Wickelkommoden leisten hier gute Dienste. Sie sollten zweckmäßigerweise im Kinderzimmer oder im Bad ihren Platz finden.

Bei extremen Platzmangel kann man sich auch mit einem Badewannenaufsatz behelfen. Diese Aufsätze werden im Handel zusammen mit einer Babywanne und Wickelfläche angeboten.

Die Wickelauflage sollte gepolstert und abwaschbar sein. Als Unterlage auf der Kunststofffläche dient am besten ein Frotteehandtuch. Wichtig sind auch seitliche Erhöhungen bzw. eine erhöhte Umrandung der Kommode. Sie sorgen so für die nötige Sicherheit.

Alle Pflegeutensilien sollten grundsätzlich in Griffweite stehen, aber immer außer Reichweite des Babys. Direkt neben dem Wickelplatz positioniert man den Windeleimer. Der gesamte Pflegebereich sollte hier hell, aber dabei nicht zu grell ausgeleuchtet sein, vor allem aber wohlig warm.

Praxis des Windeln

Vor jedem neuen Windeln muss der Po des Kindes gründlich gesäubert und gecremt werden.

Bei der Verwendung von Stoffwindeln werden diese wie folgt vorbereitet:

Die Baumwollwindel wird zu einem Dreieck gefaltet. Eine zweite Mullwindel wird dann gefaltet und zu einem rechteckigen Steg zusammengelegt und so mit dem Windeldreieck kombiniert. Es kann daneben aber auch eine Kombination der Stoffwindel mit einer Vlieseinlage erfolgen.

Der Po des Babys wird dann auf die so vorbereitete Windel gelegt. Der aufgelegte Windelstreifen und die Dreiecksspitze werden nun zwischen den Oberschenkeln auf den Bauch gezogen.

Im Anschluss daran werden dann die äußersten Spitzen der Dreieckswindel über dem Bauch zusammengeschlagen. Wichtig ist, dass nach dem Windeln ein Nässeschutz in Form eines Gummihöschens oder auch eines Schafwollhöschens darüber gezogen wird. So kann sich das Kind rundum wohl fühlen.

Bei der Verwendung von Höschenwindeln zum Wegwerfen wird der Po vorher ebenfalls gründlich gereinigt und gecremt. Das Baby wird dann auf die neue Höschenwindel gelegt und das Vorderteil zwischen den Beinen auf den Bauch hoch gezogen. Die oberen Ränder schlägt man dann nach außen um, so dass die Folie nicht die Haut des Kindes berühren kann. Zum Schluss wird die Schutzfolie von den Klebestreifen entfernt und die Seitenteile auf dem Vorderteil festgeklebt. Nun hat die Höschenwindel einen perfekten Sitz und das Kind kann angezogen werden.

Das Auftreten von geröteter Haut, Pickelchen und Ausschlag kann eine Reaktion auf Feuchtigkeit und ebenso aggressive Bestandteile aus Urin und Stuhl sein. Abhilfe kann hier ein öfteres Wickeln schaffen. Dabei werden wunde Stellen mit einer speziellen Wundcreme aus der Apotheke behandelt. Sehr hilfreich können auch Bäder mit Kamillezusätzen sein.

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