Bowle im Sommer | Ernährung Trinken

Kaum ein Getränk kommt in heißen Sommertagen oder an warmen Sommernächten so gut beim Publikum an, wie eine frische, gut gekühlte Bowle.

Woher stammt die Bowle?

Als Party-Getränk erfreute sich die Bowle besonders in der Wirtschaftswunder-Zeit während der 50er Jahre großer Beliebtheit.

bowle
Bowle selber herstellen

Es gab wohl kaum ein Familienfest, bei welchem die Bowle nicht als Krönung gereicht wurde. In Wirklichkeit ist dieses Getränk aber sehr viel älter.

In der berühmten Klosterbibliothek in Fulda liegt eine Schrift aus dem 15. Jahrhundert, in der bereits die Herstellung eines Getränks beschrieben wird, das aus Wein und Rosenblüten sowie Fichtennadeln und Honig hergestellt wurde und in einem Bowle-Gefäß serviert worden ist.

Dieses Getränk erfreut sich also schon seit Jahrhunderten großer Beliebtheit und erlebt in der Gegenwart gerade wieder ein echtes Comeback.

Klassische Bowle selber herstellen

Wie heute eine klassische Bowle hergestellt wird, möchten Sie wissen? Ganz einfach, ein leichter, möglichst spritziger Weißwein oder ein trockener Rotwein sollte die flüssige Grundlage bilden. Dazu kann gern zur geschmacklichen Veredlung und Verstärkung der Wirkung etwas Grand Marnier oder Cognac dazu gegeben werden.

Wer eine minder alkoholische Alternative bevorzugt, nehme anstelle des Cognacs einen frisch gepressten Saft oder Tee als Zusatz. Für eine klassische Kinder-Bowle wird ein alkoholfreier Wein mit Saft oder Sirup, vielleicht auch mit einigen eingekochten Früchten angesetzt. Dann gut kühlen und schon darf serviert werden!

Bowle
Bowle

Bei der Verwendung von Früchten oder Beeren sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass hier ausschließlich reife und Aroma verströmende Früchte verwendet werden. Reife Beeren und in kleine Teile zerschnittenes Obst sind besonders gut geeignet, die Bowle geschmacklich zu veredeln.

Aber Vorsicht – besonders saisonale Früchte in diesem Getränk verbinden sich geradezu hinterhältig mit dem im Wein oder Cognac enthaltenen Alkohol. Wer hier zu viel Früchte aus der Bowle genießt, kann sein blaues Wunder erleben!

Eine beliebte klassische Bowlen-Variante ist die Sekt-Bowle. Sie wurde in den 60er Jahren in den feinsten Clubs des Jet-Set serviert: Im eisgekühlten Topf ist nur ein Ansatz mit Früchten im Wein zu sehen. Der Kühler mit der Sektflasche wird gleich mitserviert.

Jeder Gast bedient sich erst im Bowle-Topf und füllt dann je nach Bedarf mit Sekt nach. Das prickelt und macht den Gästen einen Riesen-Spaß. Probieren Sie es aus. Sie werden es erleben! Bei der Herstellung wird selten Zucker benötigt. Denn die Verwendung von Sirup oder süßen Früchten reicht völlig aus, da hier genug Fruchtzucker im Inhalt vorhanden ist.

Vor dem Servieren sollte immer vorgeschmeckt werden. Ist die Bowle tatsächlich noch etwas zu sauer, kann Rohrzucker, Honig oder mit sich leicht auflösendem Puderzucker nachgesüßt werden. Besonders Kindern gefällt das sogenannte Prickeln. Dafür benötigt jedoch niemand Sekt. Limonade und Mineralwasser mit Kohlensäure können die beliebten Bläschen, die das Prickeln hervorrufen, genau so gut herstellen.

Jeder, der seinen Gästen eine exotische Variation servieren möchte, kann zum Beispiel Blüten in die Bowle-Flüssigkeit zugeben. Besonders beliebt sind die gewaschenen Blüten der Veilchen wegen ihres wunderbaren Aromas. Aber auch Rosenblätter, Flieder oder sogar Gänseblümchen erfüllen hervorragend den Zweck, wunderbar anzusehende exotische Farb-Varianten in der Bowle-Flüssigkeit zu erzeugen.

Bei der Verwendung von Original-Waldmeister sollte Vorsicht an den Tag gelegt werden, dieser darf nie länger als dreißig Minuten in der Flüssigkeit verbleiben, da ansonsten die Bowle zu schwer wird. Und wer möchte nach einem schönen Bowle-Abend schon mit Kopfschmerzen nach Hause gehen?

Ananas Bowle

Hier wird die in Scheiben geschnittene Ananas-Frucht mit einer zerkleinerten Mango, einer ebenso zerkleinerten Papaya und zwei in Scheiben geschnittenen Kiwis in einen halben Liter Maracuja-Nektar gegeben und kalt gestellt. Dann wird beim Servieren mit gekühltem Prosecco nachgegossen. Mit Sicherheit ein hoch-exotischer Genuss, der die Gäste begeistern wird!

Maibowle mit Waldmeister für Kinder ganz einfach selbst machen

Eine Maibowle für Kinder mit echtem Waldmeister ist ganz schnell selbst gemacht, erfrischt und sorgt wegen der grünen Farbe schnell für Begeisterungsrufe. Waldmeister wächst in Laubwäldern, man kann ihn aber auch im Supermarkt kaufen. Wichtig beim Selbstpflücken ist, dass man den Waldmeister für die Maibowle für Kinder vor dem Blühen erntet, denn sonst drohen durch den erhöhten Cumaringehalt Kopfschmerzen und sogar Schwindel. Vor der Verwendung sollte man den Waldmeister für die Kinder-Maibowle einen Tag ruhen lassen, so wird der Geschmack intensiver.

Waldmeister-Maibowle für Kinder– so wird’s gemacht!

Man benötigt für die Kinder-Maibowle einen Bund Waldmeister (Achtung, immer nur Blätter verwenden, sonst wird der Geschmack zu intensiv!), eine Flasche Mineralwasser und je nach Geschmack noch ein bis zwei Liter Apfelsaft. Wer die Kinder-Maibowle mit Waldmeister lieber süßer mag, nimmt statt Mineralwasser Zitronenlimonade. Am besten richtet man sich hier nach den Kinderwünschen und lässt diese abschmecken.

Der Waldmeister wird vor der Zubereitung etwa einen halben Tag – oder auch einen ganzen – in den Apfelsaft gegeben. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will oder gerade keinen Waldmeister für die Kinder-Maibowle im Geschäft oder Wald findet, besorgt sich Waldmeistersirup und mischt davon eine halbe Flasche auf eine Flasche Zitronenlimo und zwei Liter Apfelsaft. Auch wenn die Maibowle für Kinder dann eben nicht ganz stilecht ist!

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