Erotik im Alltag Selbstbefriedigung trotz Partnerschaft

Das Thema Selbstbefriedigung innerhalb einer Beziehung gehört mit Sicherheit zu den sensibelsten Themen der Sexualität in einer Partnerschaft.

Ist Selbstbefriedigung in einer Partnerschaft Betrug?

Während es in der Zeit als Single die meist einzige Möglichkeit zur sexuellen Entspannung ist, ist es für viele Menschen selbstverständlich, dass man in einer Beziehung die Erfüllung nur noch mit dem Partner findet. Für nicht wenige Menschen grenzt es an Betrug, wenn der Partner sich in einer Beziehung selbst befriedigt. Dabei sollte das Thema mit deutlich mehr Entspannung angegangen werden.

Selbstbefriedigung in einer Partnerschaft
Selbstbefriedigung in einer Partnerschaft © Dan Race / Adobe Stock

Unterschiedliche Definitionen der Selbstbefriedigung

Für die meisten Menschen ist die Selbstbefriedigung ein essentieller Teil der eigenen Sexualität. Sie dient nicht nur der Erkundung des eigenen Körpers, einem tiefen Wohlgefühl im sexuellen Sinne, sondern in manchen Fällen auch einfach der Befreiung des sprichwörtlichen Drucks.

Es ist immerhin wissenschaftlich nachgewiesen, dass ein Orgasmus besonders in stressigen Zeiten eine stark entspannende Wirkung auf den Körper und den Geist haben kann.

War man nun lange in keiner Beziehung, hat man in der Regel auch über längere Zeit die Selbstbefriedigung genutzt, um Entspannung und Erregung zu finden.

Der Wechsel in die Partnerschaft ist daher nicht selten auch direkt mit einem starken Wechsel innerhalb des Sexuallebens zu tun. Besonders zum Beginn der Beziehung haben die meisten Menschen so viel Sex, dass die Selbstbefriedigung nicht mehr nötig ist und vollkommen durch die Nähe mit dem Partner ersetzt wird. Das kann sich aber im Laufe einer Beziehung verändern.

Beginnt der Alltag und nimmt die Häufigkeit des Sex ab, kommt es durchaus vor, dass ein Partner wieder zu dem Mittel der Selbstbefriedigung greift. Die Gründe hierfür sind ganz vielfältig. Auf der einen Seite ist vielleicht noch eine größere Lust vorhanden.

Problematische Phasen in einer Beziehung, besonders getragen durch Stress, sind normal. Trotzdem gehören für viele Menschen Sex und Befriedigung zu den grundlegenden Bedürfnissen. Die Frage ist, wie man mit dieser Sache als Partner umgeht.

Ist Selbstbefriedigung Betrug am Partner?

Das einzig wirkliche Problem bei diesem Thema liegt darin, dass, wie so oft, nicht darüber geredet wird. Während einer der beiden Partner die Selbstbefriedigung vielleicht als eine vollkommen legitime Möglichkeit ansieht, sich von Stress zu befreien, ist es für die andere Seite in der Partnerschaft ein Betrug an der Beziehung.

Immerhin könnte es auf mangelnde Attraktivität hindeuten, auf Lustlosigkeit in Hinblick auf den gemeinsamen Sex oder einfach ein Symptom für beginnendes Desinteresse an der gemeinsamen Beziehung sein.

Denn nicht für jeden ist die Selbstbefriedigung ein reiner Akt der kurzen Erregung. Für sie ist es mit deutlich mehr Intimität verbunden und eine Handlung der tiefen Intimität sollte man in einer Beziehung auch mit dem Partner teilen. Dazu kommen Aspekte wie Pornographie, die nicht selten für die Selbstbefriedigung genutzt werden und das Gefühl des Betrugs noch verstärken.

Wie so oft in einer Beziehung liegt die Lösung eines solchen Problems in der Mitte – und in der Kommunikation zwischen den Partnern.

Gemeinsam über das Thema Selbstbefriedigung reden

Selbstbefriedigung ist für viele Menschen Normalität und ein ganz normaler Teil des eigenen Lebens. Laut Umfragen haben selbst Paare mit sehr viel Sex häufig auch nebenbei noch Lust „Hand an sich zu legen“.

Die Gründe sind, wie oben schon aufgezählt, vielfältig und haben in der Regel nichts mit Unzufriedenheit mit dem Partner oder dem Sexleben zu tun. Wichtig ist nur, dass man mit dem Partner über das Thema redet und eventuelle Unsicherheiten durch eine solche Situation schnell ausräumt.

Selbstbefriedigung muss nicht zu einem Problem werden, denn Menschen, die sich selbst befriedigen, haben in der Regel auch ein besseres Körpergefühl. Davon profitiert der gemeinsame Sex und wird noch besser. Wer mit dem Partner über dieses Thema redet, kann einen wichtigen Schritt in der eigenen Beziehung machen.

 

Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik? Sprechen Sie uns gerne an!

4 Gedanken zu „Erotik im Alltag Selbstbefriedigung trotz Partnerschaft“

  1. Ist das heutzutage, wo regelmäßig abends in der Werbung die neuesten Sextoys vorgestellt werden wirklich noch eine ernst zu nehmende Frage? Jede und jeder weiß, dass andere das tun, warum also so geheimnisvoll und warum beleidigt sein??

  2. Emotional fühlt es sich schon etwas wie Betrug, Aber auch in einer Partnerschaft ist es völlig ok. Wenn es nicht zu viel Selbstbefriedigung ist. Selbstbefriedigung ist nicht anderes wie Sex mit jemanden, den man liebt. So einfach ist das. Keiner braucht dem anderen böse sein.

  3. Zum Problem wird aber eben die Selbstbefriedigung, wenn der Sex darunter leidet und man keine Lust mehr auf den Partner hat. Wenn man dieses Problem nicht mehr selber unter Kontrolle bekommt, sollte man sich Hilfe holen. Ansonsten wird die Partnerschaft sehr darunter leiden. Denn der Sex gehört in einer Partnerschaft eben dazu. Man sollte sich keine Gedanken darüber machen, dass man dem Partner nicht gut genug ist, nur weil er sich selber befriedigt. Wenn es einen das Thema aber doch belastet sollte man mit dem Partner undbedingt darüber reden.

  4. Die Selbstbefriedigung sollte KEIN TABUTHEMA sein! Viele Menschen meinen, dass Selbstbefriedigung schlecht ist. Doch wie soll man seinen Körper sonst kennenlernen? Wie soll der Partner wissen, was einem gefällt, wen man es selber nicht weiß? Die Selbstbefriedigung hilft uns dabei, heraus zu finden was uns gefällt. Nur dann kann unser Sex auch gut sein. Wenn man sich in der Partnerschaft selbstbefriedigt muss es nicht heißen, dass der Sex mit dem Partner nicht passt.

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