Kurzgeschichte für Kinder – Erster Urlaub

Seit drei Nächten schon fällt es Evelyn schwer, Schlaf zu finden, denn sie freut sich so sehr auf ihren ersten Urlaub, der morgen früh beginnen wird. Evelyn ist elf Jahre alt und war noch nie im Urlaub.

Kurzgeschichte für Kinder – Der erste Urlaub

Ihre Familie besitzt nicht viel Geld und konnte sich in den letzten Jahren keinen Urlaub leisten, weshalb Evelyn ihre Ferien meist zu Hause verbringen musste, während viele ihrer Freunde aus der Schule im Urlaub waren. Schon immer fragte sich Evelyn, wie es wohl sein mag, einen Urlaub am Strand zu verbringen. Sie träumte oft davon, einen Tag am Strand zu verbringen, doch immer, wenn ihre Träume zu Ende waren, war auch das schöne Gefühl verschwunden, das Evelyn während ihrer Träume vom Strandurlaub verspürte.

In den letzten Sommerferien verbrachte Evelyns beste Freundin einen Urlaub am Strand und als sie nach zwei Wochen zurückkam, erzählte sie Evelyn von all den schönen Dingen, die sie am Strand erlebte. Evelyn war sehr neidisch auf ihre Freundin, als diese von ihrem Urlaub erzählte. Sie wollte nun auch unbedingt einen Urlaub an einem Strand erleben.

Evelyn redete wochenlang auf ihre Eltern ein, bis diese eines Tages nachgaben und ihrer Tochter einen Urlaub versprachen, doch um dieses Versprechen einzuhalten, mussten Evelyns Eltern viel Geld sparen. Beide Elternteile von Evelyn gehen Berufen nach, mit denen sie nicht viel Geld verdienen. Es dauerte eine Weile, bis sie das Geld beisammen hatten, um einen Urlaub zu unternehmen. Evelyn war dies nicht bewusst. Sie freute sich, als ihre Eltern ihr mitteilten, dass sie gemeinsam in den Urlaub fliegen würden.

Evelyn liegt in ihrem Bett und dreht sich wie wild hin und her. Sie kann einfach nicht einschlafen, da sie sich so auf den Urlaub freut. Ständig blickt sie auf ihren Wecker und erkennt, dass es immer später wird. Inzwischen zeigt der Wecker schon 2 Uhr in der Nacht an. Normalerweise ist Evelyn nie so lange wach, denn sie ist erst elf Jahre alt und ihre Eltern sind nicht damit einverstanden, dass sie so lange wach bleibt.

Doch Evelyn kann nichts dafür, dass sie so spät noch wach ist, denn sie versucht schon seit Stunden, Schlaf zu finden. Genervt setzt sie sich auf und blickt in ihrem Zimmer umher. „Das gibt es doch nicht. Wieso kann ich nicht einschlafen?“, flüstert sie leise. „Es hilft nicht, wenn ich hier herumsitze. Ich lege mich einfach wieder hin und versuche, nicht an morgen zu denken. Irgendwann werde ich schon einschlafen.“ Evelyn legt sich wieder hin und schließt die Augen. Sie versucht, nicht mehr an den bevorstehenden Urlaub zu denken, doch es fällt ihr schwer, da sie sich schon sehr auf den Urlaub freut.

„Aufstehen!“, ruft Evelyns Mutter. Evelyn wacht erschöpft von der kurzen Nacht auf. „Oh, man. Ich bin so müde“, murmelt Evelyn verschlafen, doch dann merkt sie, dass der Morgen angebrochen ist. Das bedeutet, dass der Urlaub am Strand kurz bevorsteht. „Heute fängt mein erster Urlaub an“, spricht Evelyn lauter, als es von ihr beabsichtigt war.

Sie steht auf und geht zu ihrem Koffer, den sie bereits vor einigen Tagen voller Vorfreude auf den Urlaub gepackt hat. „Hoffentlich habe ich alles dabei, was ich brauchen werde.“ Evelyn überlegt, was sie noch mitnehmen könnte. Dabei ist ihr Koffer bereits überfüllt. Sie hatte ihre Mühe, den Koffer zu schließen, da sich so viele Sachen darin befinden. Evelyns Mutter half ihr dabei, den Koffer zu packen, denn Evelyn hatte zuvor noch nie einen Koffer gepackt und daher war sie ein wenig überfordert, als es darum ging, ihre Kleidung im Koffer zu verstauen.

Zu zweit packten sie in aller Ruhe alles in den Koffer, was Evelyn im Strandurlaub gebrauchen könnte. Evelyn hätte am liebsten noch viel mehr Dinge mitgenommen, aber in dem Koffer ist keinerlei Platz mehr vorhanden.

Einige Stunden später stehen Evelyn und ihre Eltern im Flur. Sie haben ihr Gepäck bereitgestellt und können ihre Reise beginnen. „Na, bist du aufgeregt, Evelyn? Wir werden gleich losfahren.“ „Ja, ich bin aufgeregt. Wie lange wird es denn noch dauern, bis wir am Strand ankommen?“, fragt Evelyn ihren Vater.

„Na, ein bisschen wirst du dich noch gedulden müssen. Wir fahren jetzt zunächst zum Flughafen.“ „Ich bin noch nie geflogen“, erklärt Evelyn. „Ich weiß. Mein letzter Flug liegt auch schon lange Zeit zurück, denn ich war seit Ewigkeiten nicht mehr im Urlaub“, gibt der Vater zu. „Ich denke, dieser Urlaub wird uns allen drei gut tun“, meint Evelyns Mutter. „Das denke ich auch“, bestätigt der Vater. „Wir müssen uns jetzt auf den Weg machen, denn sonst verpassen wir wohlmöglich unseren Flug.“ Evelyns Familie macht sich also auf den Weg zum Flughaufen.

Am gleichen Abend kommt Evelyns Familie in dem Hotel an, in welchem sie die nächsten Tage wohnen wird. „Jetzt bringen wir erst mal unsere Koffer in unser Zimmer. Danach können wir uns noch ein bisschen das Hotel ansehen“, spricht Evelyns Vater. Seine Frau und Tochter sind damit einverstanden. Evelyn hat ihren ersten Flug mit einem Flugzeug sehr genossen. Sie fand es schön, aus dem Fenster zu schauen und auf die Welt hinabzusehen.

„Wow, das ist echt ein schönes Zimmer.“ „Das Beste kommt erst noch, Evelyn. Gehe doch mal hinaus auf den Balkon“, meint Evelyns Vater. „Wieso denn das?“, fragt Evelyn. „Du wirst schon sehen.“ Das Lächeln im Gesicht des Vaters lässt darauf schließen, dass sich gleich auch auf Evelyns Gesicht ein Lächeln ausbreiten wird. Evelyn öffnet die Tür zum Balkon.

Sie geht hinaus und erblickt den Strand, welcher sich ganz in der Nähe des Hotels befindet. „Da ist der Strand!“, ruft Evelyn glücklich. Ihre Eltern betreten den Balkon. „Ja, da ist der Strand. Er ist nicht weit weg. Weißt du, was wir morgen nach dem Frühstück tun werden? Wir gehen zum Strand und verbringen dort unseren Tag. Was sagst du dazu?“, fragt Evelyns Mutter. „Das wäre toll.“

Am nächsten Tag macht sich Evelyns Familie nach dem Frühstück auf den Weg zum Strand. Als sie dort ankommt, zeigt sich Evelyn begeistert. „So habe ich mir den Strand vorgestellt. Das ist wunderschön.“ Die Familie verbringt den gesamten Tag am Strand und als der Tag schließlich zu Ende ist, ist Evelyn die Freude über den Tag förmlich anzusehen.

„Wir sind noch einige Tage hier. Das bedeutet, dass wir noch viel Zeit am Strand verbringen können“, erklärt Evelyns Vater. „Ich werde jeden Tag unseres Urlaubs in vollen Zügen genießen. Ich freue mich so darüber, dass wir hier sind.“ „Es war ein schöner Tag. Ich habe mich lange nicht mehr so entspannt gefühlt wie heute. Jetzt gehen wir zurück in das Hotel. Es gibt gleich Abendessen. Ich hoffe, ihr beiden seid hungrig.“ „Ja, ich bin sehr hungrig“, antwortet Evelyn. „Dann lasst uns gehen.“

Nach dem Urlaub kommt Evelyns Familie wieder zu Hause an. „Wie hat dir dein erster Urlaub gefallen, Evelyn?“ „Es war eine tolle Zeit. Ich werde diesen Urlaub niemals vergessen.“ „Wir mussten zwar lange sparen, um diesen Urlaub machen zu können, aber es hat sich gelohnt. Vielleicht haben wir nächstes Jahr wieder die Chance, einen Urlaub zu machen“, meint Evelyns Vater.

„Fahren wir dann wieder an den Strand?“, möchte Evelyn von ihrem Vater wissen. „Das werden wir sehen. Wir haben ja genug Zeit, um darüber nachzudenken.“ Evelyns erster Urlaub hat zwar nicht lange gedauert, aber Evelyn wird die Zeit am Strand für immer in ihrer Erinnerung behalten.

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