Redewendungen | Sprache Redewendung

„Lachen wie die Hühner“, „Auf dem Schlauch stehen“, „Einen Tag blaumachen“ – dies sind alles Redewendungen, die wir im Alltag benutzen, ohne wirklich zu wissen, woher sie kommen. Wir wissen zwar, was wir damit ausdrücken wollen und jeder versteht den Sinn dahinter, doch wenn Ihr Euch die Satzkreationen genauer anschaut, sind sie meist sehr lustig oder ergeben heutzutage gar keinen Sinn mehr.

Redewendungen – Ihre Bedeutung und Herkunft

Viele Redewendungen könnten eine Modernisierung vertragen, damit sie wieder ein klares Bild ergeben. Nur setzen sich diese modernen Redewendungen meist nicht durch und wir greifen immer wieder zu den ursprünglichen zurück. Da wird es Zeit, sich den Ursprung einmal genauer anzuschauen.

Redwendungen - Bedeutung und Herkunft
Bekannte Redewendungen einfach erklärt

Redewendungen sind feste Wortgefüge, deren Bestandteile nicht ausgetauscht werden können, weil sonst das Gesamtbild nicht mehr stimmt. Aus „das Blaue vom Himmel lügen“, kann kein „Das Rote vom Himmel lügen“ werden, denn dies versteht niemand und es ergäbe auch keinen Sinn.

Redewendungen sind bildhafte Ausdrücke, die allgemein bekannt und in der Sprache verankert sind. Dies gibt es auch in anderen Sprachen. Während es bei uns „Bindfäden regnet“, regnet es in England „Cats and Dogs“ – also Katzen und Hunde. Hierzulande würden wir dies nicht verstehen, in England wiederum versteht man die Bindfäden nicht.

Wir haben die gebräuchlichsten Redewendungen zusammengetragen und ihnen auf den „Zahn gefühlt“. Hier könnt Ihr selbst einmal schauen, wo die gängigsten Redewendungen ihren Stamm haben.

Das A und O

„Eine gute Schulbildung ist das A und O für den Start ins Berufsleben“, sagt Frederikes Oma und schaut dabei besorgt auf die Schulnoten ihres Enkelkindes. Frederike weiß, sie hat sich im Halbjahreszeugnis nicht gerade mit Ruhm bekleckert und antwortet kleinlaut, dass sie im nächsten Halbjahr wieder besser aufpassen wird.

Redewendung "Das A und O"
Was bedeutet die Redewendung „Das A und O“

Dann fragt sie ihre Oma, warum die Schulbildung denn das A und O für den Start ins Berufsleben wäre. Die Oma antwortet: „Damit sind Anfang und Ende gemeint. Wenn du von vorneherein in der Schule gut aufpasst, wirst du am Ende einen guten Abschluss machen und kannst studieren, was immer du möchtest.“

Nach dem Mittag geht Frederike nach Hause, um auch ihren Eltern die Schulnoten zu zeigen. Sie denkt immer wieder darüber nach, warum die Oma das A für Anfang aber das O für das Ende gesetzt hat. Kann ihre Oma vielleicht nicht richtig lesen und schreiben?

Frederikes Mutter muss über diese Aussage ihrer Tochter lachen und erklärt:

„Das griechische Alphabet hat das A für Alpha als ersten Buchstaben und das O für Omega als letzten Buchstaben. Die Redewendung stammt aus der Bibelübersetzung von Martin Luther. Darin sagt Gott: „Ich bin das A und O, der Anfang und das Ende …“ Diese Worte stammen aus der Offenbarung des Johannes weiß die Mutter noch zu berichten: „Damit ist gemeint; wer Anfang und Ende einer Sache im Blick hat, der beherrscht das Ganze. Somit wird die Macht des Wissens damit ausgedrückt.“

Frederike ist schwer beeindruckt und beschließt, dass sie in Zukunft auch das Ganze im Auge behalten möchte und ihre Schulnoten verbessern wird.

Der springende Punkt

Anke ist traurig. Sie wollte heute mit ihrer besten Freundin ins Kino, die hat im letzten Moment jedoch abgesagt. Stefan, Ankes großer Bruder, versucht sie zu trösten. „Dann geht ihr eben morgen ins Kino, ist doch nicht so schlimm.“

Redwendungen - "Der springende Punkt"?
Was bedeutet die Redewendung „Der springende Punkt“?

„Morgen ist aber kein Kinotag und der Film kostet dann zwei Euro mehr. Der springende Punkt ist, so viel Taschengeld habe ich nicht mehr.“

Keine schöne Situation, dennoch muss man über die Redewendung in der Aussage lachen.

Was ist ein springender Punkt? Hüpft da ein Satzzeichen fröhlich hoch und runter? Und wenn das so ist, was hat das mit der Aussage zu tun?

Die Redewendung weist auf die Dringlichkeit oder auf die Wichtigkeit hin. Sie stammt von Aristoteles ab, der erkannte, dass auf dem Eidotter eines Hühnereies ein kleiner Punkt hoch und runter springt, wenn sich ein Küken entwickelt.

Dieser kleine Punkt ist das Herz und somit das wichtigste Organ des heranwachsenden Kükens. Und somit weist auch die Redewendung in der Aussage darauf hin, was hier am wichtigsten ist.

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