Wein | Ernährung und Getränke

Für die Weinherstellung sind viele Arbeitsschritte nötig, von der Ernte bis zum Reifen. Eine ganz entscheidende Rolle spielen dabei unterschiedliche Faktoren wie der Anbau, die Rebsorte, die handwerkliche Arbeit und das Klima.

Die Weinherstellung – Ernte

Die Traubenlese beginnt meistens im frühen Herbst, dies ist aber abhängig vom Wetter und von der Klimazone. Für die Ernte werden Erntemaschinen eingesetzt. Das funktioniert aber nur in mässig steilen und ebenen Weinbergen. Manche Rebbauern schwören auf eine Weinlese von Hand, obwohl es für die Weinqualität nicht unbedingt besser sein soll. Bei der Ernte kann direkt die Selektion der Trauben vorgenommen werden. Unreife und faule Trauben werden dann sofort aussortiert. Frei nach dem Motto, die guten ins Töpfchen.

Frau trinkt Wein von Fernseher
Rotwein erkennt man ja noch…

Maischen

Bei modernen Vollerntemaschinen werden die Trauben schon bei der Lese vom Stiel befreit. Wenn nicht, werden die Beeren mithilfe eines Entrappers vom Stiel entfernt. Anschließend werden sie zerdrückt, wobei die sogenannte Maische entsteht. Weiße Trauben können sofort mit Stiel gepresst werden. Es gibt auch einige rote Sorten bei denen die Stielgerüste erst später aus der Maische entfernt werden.

Fermentieren

Die Maische muss stehen gelassen werden, damit die Masse gären kann. Dabei werden Stoffe freigesetzt, die später den Geschmack und die Farbe des Weines beeinflussen. Die Maischestandzeit kann sich stark unterscheiden, es ist abhängig von der Sorte und von dem gewünschtem Ergebnis. Wenn rote Maische sofort abgepresst wird, ohne dass sie in Ruhe stehen und gären kann, entsteht Roséwein oder auch Weissherbst. In der Regel wird die rote Maische aber für mehrere Tage stehen gelassen. Die Maischeerhitzung ist eine andere Möglichkeit der Fermentierung. Bei diesem Prozess lösen sich insbesondere die Farbstoffe aus der Beerenhaut.

Pressen

Nach dem Fermentieren wird die Maische in einer Weinpresse (Kelter) ausgepresst. Feste Traubenrückstände werden vom süssen Traubensaft getrennt. Es ist wichtig beim Pressen sehr vorsichtig zu sein, damit keine Kerne zerdrückt werden. Zerdrückte Kerne geben ihre Bitterstoffe an den Wein ab und können alles verderben.

Filtern

Wenn es sich um Weißwein handelt, wird der Most vor der Gärung von Trübstoffen befreit. Es gibt dafür drei verschiedene Verfahren. Den Einsatz eines Trubfilters, Zentrifugation oder Sedimentation. Es können aber auch andere Verfahren zur Weinverschönung angewendet werden. So können Sie zum Beispiel zur Klärung von Trübungen den Stoff Bentonit verwenden.

Reifen

Nach dem Filter kann die Hauptgärung beginnen. Hierbei lagern die Weine in Tanks oder Fässern. Für eine vollständige Gärung reichen die im Most vorhandenen Hefen meistens nicht aus, daher werden Reinzuchthefen zugesetzt. Nach der ersten, alkoholischen Gärung folgt die malolaktische Gärung (biologischer Säureabbau). Dabei zersetzen Milchsäurebakterien die Äpfelsäure in Milchsäure und verändern damit die Säurestruktur des Weines. Danach folgt der Abstich. Der Hefetrub, der bei der Gärung entstanden ist, wird vom Wein getrennt. Anschließend wird der Wein geschwefelt und geschönt.

Die Herstellung des Weins benötigt einen sehr langen Zeitaufwand. Doch jeder Weinliebhaber wird es bestätigen, der Aufwand lohnen sich.

Weinsorten

Es gibt eine große Auswahl der verschiedensten Weinen. Die wichtigen Faktoren wie Rebsorte, Region, Boden, Art der Verarbeitung und die Lagerung tragen entscheidend dazu bei.

Spargel und Wein
Der passende Wein zum Spargel

Weißwein

Weißwein wird aus hellen Trauben hergestellt. In der Regel werden Weißweine jung getrunken. Sie haben ein fruchtiges und frisches Aroma und haben einen recht hohen Säuregehalt. Zu den bekanntesten Sorten gehören Sauvignon Blanc, Riesling, Weißburgunder und Chardonnay. Es gibt auch Weine die weniger säurelastig sind und üppiger ausfallen, sie sind aber auch weniger frisch. Dafür haben sie einen höheren Alkoholgehalt. Bei den Weißweinen gibt es die Varianten trocken, halbtrocken und lieblich.

Rotwein

Für Rotwein werden nur rote Trauben verwendet. Die Farbe des Weines stammt aber nicht aus dem Fruchtfleisch der Traube, sondern aus deren Schale. Aus diesem Grund gären Schalen und Most zusammen, damit Gerbstoffe und Farbe extrahiert werden können. Die Intensität der Farbe hängt von der Zeit des Kontakts von Schalen und Most ab. Bei einem intensiven Rotwein wie zum Beispiel aus Bordeaux. kann die Zeitspanne bis zu zwei Wochen dauern. Ein leichter Rotwein wie zum Beispiel der Dornfelder oder Beaujolais hat dagegen nur eine Zeitspanne von wenigen Tagen. Rotwein hat häufig eine balsamische und würzige Note. Beim Rotwein gibt es auch die Varianten trocken, halbtrocken und lieblich.

Rosewein

Rosewein wird genau wie beim Rotwein aus dunklen Trauben gewonnen. Beim Rosewein werden aber im Gegensatz zum Rotwein Most und Schalen nach wenigen Stunden bereits getrennt. So wird nur ein kleiner Teil der Farbstoffe vom Most aufgenommen und der Wein erhält eine leichte Färbung. Der rosefarbene Champagner ist eine Besonderheit. Beim Rosewein gibt es die Varianten trocken und halbtrocken.

Perlwein

Es handelt sich hierbei um Weine mit wenig Kohlensäure, diese werden in den meisten Fällen künstlich zugesetzt. In Deutschland werden sie auch manchmal mit „halb schäumend“ bezeichnet.

Schaumwein

Schaumweine gibt es, seitdem es spezielle Glasflaschen gibt, die den Druck der Kohlensäure standhalten können. Als Grundlage für den Schaumwein, egal ob Sekt, Cava oder Champagner, dient immer ein Stillwein. Beim Schaumwein gibt es die Varianten trocken und halbtrocken.

Edelsüßer Wein

Ein edelsüßer Wein wird ganz oder teilweise aus Trauben hergestellt, die von Edelfäule befallen wurden. Dabei schrumpeln die Trauben sehr stark und haben nur noch wenig Saft.

Likörwein

Likörweine sind alle Weine, die einen Alkoholgehalt von mindestens 15 Vol.% aufweisen. Es wird ein Grundwein verwendet, der aufgespritzt wird, um so einen höheren Alkoholgehalt zu erhalten. Es gibt auch Likörweine die aus überreifen Trauben hergestellt werden.

Welche Weinsorte für Sie geeignet ist, entscheidet sich ganz nach eigenem Geschmack.

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