Richtiges Verhalten bei Gewitter

In den letzten Jahren beobachten Meteorologen und Klimaforscher eine deutliche Zunahme von heftigen Gewittern in Deutschland und Mitteleuropa. Ursache dafür ist der Klimawandel, der für wärmere Temperaturen, mehr Feuchtigkeit in der Atmosphäre und damit für eine höhere Energie sorgt. Diese Faktoren begünstigen die Entstehung von Unwettern mit starken Blitzen, Starkregen und Sturmböen. Für uns alle bedeutet das: Wir müssen unser Verhalten anpassen, um uns und unsere Familien zu schützen – und zwar in allen Lebensbereichen.

Wie verhalte ich mich bei Gewitter richtig?

Ob zu Hause, im Garten, beim Sport, auf Reisen, beim Camping, beim Schwimmen, im Auto, beim Wandern, bei der Arbeit, in der Schule oder auf dem Spielplatz – jede Situation erfordert gezielte Vorsichtsmaßnahmen. Besonders wichtig ist es, Kindern diese Regeln frühzeitig und verständlich zu vermitteln, damit sie im Ernstfall richtig reagieren können.

Zuhause – Schutz in den eigenen vier Wänden

Das eigene Zuhause gilt bei Gewitter als einer der sichersten Orte, doch auch innerhalb der eigenen vier Wände gibt es wichtige Vorsichtsmaßnahmen, um sich und die Familie optimal zu schützen. Die Grundregel lautet: Halten Sie sich während eines Gewitters im Haus auf und vermeiden Sie unnötige Wege nach draußen, bis das Unwetter vollständig vorüber ist.

Allgemeine Anleitung für richtiges Verhalten bei Gewitter
Allgemeine Anleitung für richtiges Verhalten bei Gewitter

Zu Beginn eines Gewitters sollten alle Fenster und Türen sorgfältig geschlossen werden. Dies schützt nicht nur vor eindringendem Regen und Wind, sondern verhindert auch, dass Blitzeinschläge oder Druckwellen Schäden an der Bausubstanz verursachen. Besonders Dachfenster, Kellerfenster und Terrassentüren werden oft vergessen – gehen Sie also am besten noch einmal einen Kontrollgang durch das Haus.

Ein ganz zentrales Thema ist der Umgang mit elektrischen Geräten. Moderne Haushalte sind voll von empfindlicher Elektronik: Fernseher, Computer, WLAN-Router, Spielekonsolen, Musikanlagen, Küchengeräte, Ladegeräte für Handys und Tablets. Ein Blitzeinschlag in der Nähe kann zu enormen Stromschwankungen und Überspannungen im Stromnetz führen. Diese Überspannungen werden nicht nur über die Steckdosen, sondern auch über Telefon- und Antennenkabel ins Haus geleitet und können Geräte zerstören oder sogar Brände auslösen. Ziehen Sie deshalb alle nicht zwingend benötigten Geräte aus der Steckdose. Besonders wichtig ist das bei teuren oder sensiblen Geräten sowie bei Geräten, die permanent am Stromnetz hängen (z. B. Router, PC, Fernseher, Kaffeemaschine). Überspannungsschutz-Steckdosen bieten einen gewissen Schutz, sind aber nicht hundertprozentig sicher.

Ein weiterer, oft unterschätzter Gefahrenpunkt sind Wasserleitungen. Blitze können über das Erdreich in metallische Wasserrohre einschlagen und so ins Haus gelangen. Deshalb sollte man während eines Gewitters auf das Duschen, Baden, Abwaschen oder auch das Nutzen der Waschmaschine verzichten. Zwar bestehen moderne Badewannen und Leitungen häufig aus Kunststoff, wodurch das Risiko geringer ist als früher mit Metallwannen und -leitungen. Dennoch gibt es keine absolute Sicherheit, da in vielen Häusern noch Metallbestandteile verbaut sind und Wasser selbst ein ausgezeichneter Stromleiter ist. Im Zweifelsfall gilt: Hygiene kann warten – duschen und baden Sie lieber nach dem Gewitter.

Auch das Telefonieren mit einem fest angeschlossenen Festnetztelefon ist während eines Gewitters riskant, da Blitze über die Telefonleitungen ins Haus einschlagen können. Schnurlose Telefone oder Mobiltelefone sind dagegen ungefährlich, solange sie nicht am Ladegerät hängen.

Ein oft übersehener Aspekt ist die Gefahr durch große Fensterflächen, verglaste Türen, Wintergärten oder Balkone. Bei einem nahen Blitzeinschlag kann der Luftdruck so stark steigen, dass Fensterscheiben bersten oder sogar Glassplitter durch den Raum geschleudert werden. Halten Sie sich während des Gewitters möglichst entfernt von großen Fenstern und meiden Sie Aufenthalte auf dem Balkon oder in Wintergärten. Ziehen Sie Vorhänge oder Rollos zu, um sich zusätzlich zu schützen.

Für Familien ist es besonders wichtig, Kinder über diese Regeln aufzuklären und gemeinsam zu üben, wie man sich im Haus verhält. Erklären Sie, warum es wichtig ist, Geräte auszustecken oder das Bad zu meiden. Zeigen Sie Ihren Kindern, wie sie elektrische Geräte sicher vom Netz trennen und wo sie sich im Haus während eines Gewitters am sichersten aufhalten – zum Beispiel in einem Raum ohne große Fenster und weit entfernt von Wasserleitungen und Steckdosen. Wiederholen Sie diese Abläufe regelmäßig, damit sie im Ernstfall zur Routine werden.

Zusammengefasst:

  • Bleiben Sie während des Gewitters immer im Haus.
  • Schließen Sie alle Fenster, Türen, Dachfenster und Kellerfenster.
  • Ziehen Sie alle nicht benötigten elektrischen Geräte aus der Steckdose.
  • Nutzen Sie keine Wasserleitungen: Duschen, Baden, Abwaschen, Waschen besser verschieben.
  • Telefonieren Sie nicht mit fest angeschlossenen Festnetztelefonen.
  • Halten Sie Abstand zu großen Fenstern, verglasten Türen und Balkonen.
  • Erklären Sie Kindern die Regeln und üben Sie gemeinsam das richtige Verhalten.

Garten, Terrasse und Balkon – Vorsicht vor Metall und Wasser

Die warmen Monate laden dazu ein, viel Zeit im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon zu verbringen – sei es beim Grillen, Gärtnern, Spielen, Planschen oder einfach beim Entspannen. Doch sobald sich ein Gewitter ankündigt, ist besondere Vorsicht geboten, denn gerade im Außenbereich lauern bei Blitz und Donner zahlreiche Gefahren, die oft unterschätzt werden.

Sobald Sie das erste Donnergrollen hören oder dunkle, bedrohliche Wolken aufziehen, sollten sämtliche Aktivitäten im Freien sofort beendet werden. Das gilt für Erwachsene ebenso wie für Kinder. Elektrisch betriebene Gartengeräte wie Rasenmäher, Heckenscheren, Wasserpumpen, Hochdruckreiniger oder elektrische Grills müssen umgehend ausgeschaltet und aus der Steckdose gezogen werden. Ein Blitzeinschlag kann zu massiven Überspannungen führen, die nicht nur die Geräte zerstören, sondern auch lebensgefährliche Stromschläge verursachen können. Denken Sie daran, dass auch fest installierte Gartenbeleuchtung, Teichpumpen oder elektrische Rollläden vom Strom getrennt werden sollten, wenn dies gefahrlos möglich ist.

Metallische Gegenstände sind im Garten besonders häufig zu finden – dazu zählen Leitern, Gießkannen, Schaufeln, Spaten, Schubkarren, Spielgeräte, Fahrräder, Roller oder Trampoline. All diese Dinge ziehen Blitze zwar nicht direkt an, leiten aber bei einem Einschlag den Strom besonders gut weiter und erhöhen so das Verletzungsrisiko erheblich. Lassen Sie diese Gegenstände deshalb stehen und berühren Sie sie während eines Gewitters nicht. Kinderfahrzeuge, Bobbycars, Roller oder Fahrräder sollten ebenfalls nicht benutzt und möglichst nicht im Freien abgestellt werden, um nach dem Gewitter keine unerwarteten Stromreste zu übertragen.

Auch Wasser ist ein hervorragender Stromleiter – das gilt sowohl für den großen Pool als auch für das Planschbecken, den Gartenteich, das Wasserfass oder das Spielen mit dem Gartenschlauch. Jegliche Wasseraktivität ist bei Gewitter tabu! Wer im Pool oder Planschbecken ist, sollte dieses sofort verlassen und sich ins Haus begeben. Auch das Bewässern des Gartens mit Schlauch oder Gießkanne sollte sofort eingestellt werden, da ein Blitzeinschlag in der Nähe über das Wasser zum Menschen gelangen kann. Selbst das Stehen auf nassem Rasen oder das Spielen auf feuchtem Untergrund kann gefährlich werden, da Feuchtigkeit die Leitfähigkeit des Bodens deutlich erhöht.

Viele Menschen suchen bei Gewitter Schutz unter Pavillons, Pergolen, Gartenhäuschen, Carports oder Sonnenschirmen. Diese bieten jedoch keinen ausreichenden Schutz, da sie in der Regel keine geschlossene Metallhülle besitzen, die wie ein Faraday’scher Käfig wirkt. Besonders gefährlich sind Konstruktionen mit Metallgestänge oder Metallüberdachung, da der Strom bei einem Einschlag direkt in die Umgebung abgeleitet werden kann. Auch Holz- oder Kunststoffdächer halten keinen Blitz auf. Das einzige, was wirklich schützt, ist ein festes Gebäude mit geschlossenen Fenstern und Türen oder ein Auto mit Metallkarosserie.

Achten Sie außerdem darauf, dass keine Kabel, Verlängerungsschnüre oder elektrische Geräte im Freien liegen bleiben. Nach dem Gewitter sollten Sie vor der erneuten Benutzung kontrollieren, ob Geräte, Kabel oder Metallgegenstände eventuell beschädigt wurden oder noch feucht sind.

Ein Tipp für Familien: Erklären Sie Ihren Kindern schon im Vorfeld, warum es wichtig ist, bei Gewitter sofort ins Haus zu gehen und weder im Pool zu bleiben noch mit Metallspielzeug zu spielen. Üben Sie gemeinsam, wie man schnell und sicher alle Geräte aussteckt und alle Spielsachen ins Haus bringt. So sind im Ernstfall alle Handgriffe bekannt und niemand gerät in Panik.

Zusammengefasst:

  • Beenden Sie bei Gewitterwarnung alle Aktivitäten im Freien sofort.
  • Schalten Sie elektrische Geräte aus und trennen Sie sie vom Netz.
  • Berühren Sie keine Metallgegenstände und lassen Sie Kinderfahrzeuge stehen.
  • Verlassen Sie Pools, Planschbecken und Wasserflächen sofort.
  • Suchen Sie Schutz in einem festen Gebäude – Pavillons, Gartenhäuschen und Carports bieten keinen sicheren Schutz.
  • Erklären Sie Kindern die Gefahren und üben Sie das richtige Verhalten regelmäßig.

Freie Flächen, Sportplätze und Schulhöfe

Auf weitläufigen, offenen Flächen wie Feldern, Wiesen, Golfplätzen, Sportanlagen, Schulhöfen oder auch Parkplätzen ist das Risiko, vom Blitz getroffen zu werden, besonders hoch. Das liegt daran, dass Menschen auf solchen Flächen meist die höchsten Objekte weit und breit sind und der Blitz sich bevorzugt den kürzesten Weg zur Erde sucht – nämlich über den höchsten Punkt. Besonders gefährlich ist es, wenn sich viele Menschen gleichzeitig auf einer solchen Fläche aufhalten, etwa bei Sportveranstaltungen, Schulsport, Kinderfesten, Picknicks oder Open-Air-Veranstaltungen.

Richtiges Verhalten bei Gewittter im Freien
Richtiges Verhalten bei Gewittter im Freien

Bei der ersten Gewitterwarnung oder schon beim leisesten Donnergrollen sollten daher alle Aktivitäten im Freien sofort abgebrochen werden. Das betrifft nicht nur organisierte Sportarten wie Fußball, Tennis, Leichtathletik oder Golf, sondern auch Freizeitspiele, das Herumtollen auf dem Spielplatz, Fahrradfahren, Skateboarden oder das Spazierengehen mit dem Hund. Trainer, Lehrer, Aufsichtspersonen und Eltern tragen hier eine besondere Verantwortung: Sie müssen die Situation richtig einschätzen, das Spiel oder Training sofort unterbrechen und alle Beteiligten zum Schutz auffordern – auch wenn das Wetter noch gar nicht bedrohlich aussieht. „Richtiges Verhalten bei Gewitter“ weiterlesen

Der faszinierende Geruch von Regen

28Es gibt Sinneseindrücke, die uns sofort in eine andere Zeit oder Stimmung versetzen. Einer davon ist der typische Geruch, der entsteht, wenn nach langer Trockenheit endlich Regen auf die Erde fällt. Vielleicht erinnerst du dich an einen Sommerabend deiner Kindheit, als du barfuß über den warmen Asphalt gelaufen bist und plötzlich dieser unverwechselbare Duft in der Luft lag – ein Versprechen auf Abkühlung, Erneuerung und das Aufatmen der Natur. 

Warum uns der Duft von Sommerregen magisch anzieht

Für viele Menschen ist dieser Geruch mehr als nur ein olfaktorisches Erlebnis: Er steht für Hoffnung, Frische und einen Neubeginn. Doch was steckt hinter diesem Phänomen? Und warum ist gerade unsere menschliche Nase in der Lage, diesen Duft so fein und intensiv wahrzunehmen – sogar besser als Haie Blut im Wasser? Um diese Fragen zu beantworten, begeben wir uns auf eine Reise durch Wissenschaft, Evolution und spannende Geschichten aus der Natur.

Der faszinierende Geruch von Regen
Der faszinierende Geruch von Regen

Der Begriff „Petrichor“ klingt fast poetisch und wurde 1964 von den australischen Forschern Isabel Joy Bear und Richard G. Thomas geprägt. Er setzt sich zusammen aus den altgriechischen Wörtern „petra“ (Stein) und „ichor“ (das Blut der Götter). Sie suchten einen Namen für den einzigartigen Geruch, der auftritt, wenn Regen auf trockene Erde trifft.

Doch was genau riechen wir da eigentlich?

Die Antwort liegt in der Mikrowelt des Bodens. Im Erdreich leben unzählige Mikroorganismen, darunter sogenannte Actinobakterien. Diese Bakterien zersetzen abgestorbenes organisches Material wie Pflanzenreste und produzieren dabei ein Molekül namens Geosmin. Geosmin ist ein sekundärer Stoffwechselstoff, der für den erdigen, leicht moosigen Geruch verantwortlich ist, den wir nach einem Regenschauer wahrnehmen.

Ein anschauliches Beispiel: Stell dir vor, du gräbst im Garten ein Beet um und hältst deine Nase in die frisch aufgeworfene Erde.

Dieser Duft ist ebenfalls Geosmin – ein Geruch, der uns Menschen fast magisch anzieht.

Doch Geosmin ist nicht allein: Auch ätherische Öle, die von Pflanzen während Trockenperioden ausgeschieden und in kleinen Mengen auf Steinen und Erdpartikeln abgelagert werden, spielen eine Rolle. Wenn die ersten Regentropfen auf diese Oberflächen treffen, lösen sie einen feinen Nebel aus winzigen Tröpfchen, in denen Geosmin und die Öle enthalten sind.

Dieser Nebel steigt auf und verbreitet sich rasch in der Luft – das ist der Moment, in dem wir den „Geruch des Regens“ wahrnehmen.

Ein weiteres Beispiel aus der Natur: In Wüstenregionen wie Australien oder im afrikanischen Sahelgebiet berichten Menschen, dass sie den Regen oft schon riechen, bevor überhaupt eine Wolke am Himmel zu sehen ist. Der Wind trägt die feinen Geosmin-Partikel kilometerweit – ein Frühwarnsystem der Natur.

Warum können wir Petrichor so extrem gut riechen? – Die Wissenschaft hinter unserer Supernase

Die menschliche Nase ist für Geosmin außergewöhnlich empfindlich. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass wir diesen Stoff bereits in Konzentrationen von nur 5 Teilen pro Billion (5 ppt) wahrnehmen können. Das entspricht etwa einem Teelöffel Geosmin in 200 olympischen Schwimmbecken!


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Um das einzuordnen: Unser Geruchssinn besitzt etwa 400 verschiedene Riechrezeptoren, von denen einige speziell auf erdige oder moosige Duftstoffe wie Geosmin reagieren. Evolutionsbiologisch ist das bemerkenswert, denn viele Tiere – darunter auch unsere nächsten Verwandten, die Affen – sind für Geosmin deutlich weniger empfindlich.

Ein berühmter Vergleich: Haie werden oft als „Blutdetektoren“ der Meere bezeichnet. Sie können Blut im Wasser in Konzentrationen von etwa 1 Teil pro Million (1 ppm) bis zu einigen Teilen pro Milliarde wahrnehmen. Das ist beeindruckend, doch für Geosmin sind wir Menschen etwa 200.000-mal empfindlicher als Haie für Blut. „Der faszinierende Geruch von Regen“ weiterlesen

Bauernregeln – was steckt dahinter?

Bauernregeln sind traditionelle, oft gereimte Ratschläge, die in der Landwirtschaft verwendet werden. Sie sind nicht nur Teil unseres kulturellen Erbes, sondern auch praktische Werkzeuge für Landwirte, um das Wetter und die besten Zeiten für die Aussaat und Ernte zu verstehen. Diese Regeln basieren auf jahrhundertelangen Beobachtungen der Natur und des Wetters und bieten wertvolle Hinweise zur Anpassung landwirtschaftlicher Praktiken. 

Ursprung der Bauernregeln

Die Ursprünge der Bauernregeln reichen bis in die Antike zurück. In einer Zeit, in der wissenschaftliche Erklärungen für Wetterphänomene noch nicht existierten, begannen Menschen, ihre Umgebung genau zu beobachten. Sie erkannten Muster in den Jahreszeiten, im Wachstum von Pflanzen und im Verhalten von Tieren.

Bauernregeln basieren auf jahrhundertelangen Beobachtungen der Natur und des Wetters
Bauernregeln basieren auf jahrhundertelangen Beobachtungen der Natur und des Wetters

Diese Erkenntnisse wurden häufig mündlich überliefert und sind durch ihre eingängige Formulierung in Reimen leicht zu merken. So entstanden Sprüche wie „Märzenschnee bringt Aprilblüte“ oder „Wenn die Kirschblüten fallen, wird der Frost nicht mehr gefallen“. Diese Regeln spiegeln das Wissen wider, das in ländlichen Gemeinschaften über Generationen hinweg gesammelt wurde.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden Bauernregeln immer wieder angepasst und erweitert, um den sich verändernden klimatischen Bedingungen Rechnung zu tragen. Sie sind oft regional unterschiedlich und können je nach geografischer Lage variieren. Dies zeigt, wie eng die Landwirtschaft mit den natürlichen Gegebenheiten verbunden ist und wie wichtig es ist, diese Verbindungen zu verstehen.

Beispiele für bekannte Bauernregeln

Einige bekannte Bauernregeln sind weit verbreitet und leicht zu merken. Zum Beispiel besagt eine Regel: „Ist der Februar mild, bringt er einen nassen Mai“. Solche Sprüche helfen Landwirten dabei, Wetterphänomene vorherzusagen und wichtige Entscheidungen für die Landwirtschaft zu treffen. Eine weitere Regel lautet: „Wenn die Bäume blühen, wird der Frost nicht mehr ziehen“, was darauf hinweist, dass das Ende des Frosts oft mit dem Blühen bestimmter Pflanzen korreliert.

Diese einfachen Sprüche bieten nicht nur praktische Hinweise zur Landwirtschaft, sondern sind auch Teil unserer kulturellen Identität. Sie fördern ein Bewusstsein für die Natur und ihre Zyklen und erinnern uns daran, dass wir Teil eines größeren Ökosystems sind. Darüber hinaus haben viele dieser Regeln eine poetische Qualität, die sie besonders einprägsam macht.

Die Anwendung von Bauernregeln ist nicht auf die Landwirtschaft beschränkt; sie finden auch in anderen Lebensbereichen Anwendung. So kann man beispielsweise im Gartenbau oder sogar im Alltag von diesen traditionellen Weisheiten profitieren. Wenn wir diese Regeln ernst nehmen und sie in unsere Entscheidungen einbeziehen, können sie uns helfen, ein besseres Verständnis für unsere Umwelt zu entwickeln.

Die Zuverlässigkeit von Bauernregeln wird oft diskutiert und hinterfragt. In der nächsten Sektion werden wir uns näher mit der Frage befassen, wie genau diese Regeln im modernen Kontext sind und welche wissenschaftlichen Erkenntnisse es dazu gibt.

Wie zuverlässig sind Bauernregeln?

Die Zuverlässigkeit von Bauernregeln wird oft diskutiert und hinterfragt, da sie auf empirischen Beobachtungen basieren, die nicht immer wissenschaftlich fundiert sind. Viele Menschen schwören auf diese Regeln, während andere skeptisch sind. In diesem Abschnitt werden wir untersuchen, wie genau Bauernregeln im modernen Kontext sind und welche Rolle sie in der heutigen Landwirtschaft spielen. „Bauernregeln – was steckt dahinter?“ weiterlesen

Mikroplastik im Körper: Was wir wissen – und was nicht

Mikroplastik ist längst zu einem Sinnbild für die allgegenwärtige Verschmutzung unseres Planeten geworden. Die Vorstellung, dass kleinste Kunststoffpartikel nicht nur in den entlegensten Winkeln der Erde, sondern auch im menschlichen Körper nachweisbar sind, wirkt erschreckend und faszinierend zugleich.

Mikroplastik im menschlichen Körper: Unsichtbare Gefahr oder überschätztes Risiko?

Während wir uns an Bilder von Plastikmüll in Ozeanen, an Stränden und in Tieren bereits gewöhnt haben, dringt das Wissen um Mikroplastik im Körper erst langsam ins öffentliche Bewusstsein vor.

Mikroplastik im Körper
Mikroplastik im Körper – auch aus der Atemluft

Dabei ist das Thema hochaktuell: Immer mehr wissenschaftliche Studien belegen, dass wir tagtäglich Mikroplastik aufnehmen – oft ohne es zu merken und ohne zu wissen, welche Folgen das für unsere Gesundheit haben könnte.

Die Forschung steht an diesem Punkt jedoch noch ganz am Anfang. Viele Fragen sind offen, viele Zusammenhänge noch ungeklärt. Dennoch ist es wichtig, sich damit auseinanderzusetzen, denn Mikroplastik betrifft letztlich jeden Menschen, unabhängig von Alter, Lebensstil oder Herkunft.

Dieser Artikel soll einen umfassenden Überblick über das Thema geben, die wichtigsten Begriffe erläutern, den Stand der Wissenschaft erklären und vor allem zum Nachdenken anregen.

Es geht nicht darum, Angst zu schüren, sondern darum, ein Bewusstsein für die Komplexität und Tragweite dieses Themas zu schaffen und zu zeigen, warum es sich lohnt, genauer hinzuschauen.

Wie gelangt Mikroplastik in unseren Körper?

Die Aufnahme von Mikroplastik in den menschlichen Körper erfolgt auf mehreren Wegen, die alle eng mit unserem modernen Lebensstil verbunden sind. Dabei sind vor allem drei Hauptwege relevant: die Nahrung, das Trinkwasser und die Atemluft. Beginnen wir mit der Nahrung: Mikroplastik entsteht, wenn größere Kunststoffteile durch Sonne, Wind, Wasser und mechanische Belastung in immer kleinere Stücke zerfallen.

Diese winzigen Partikel, die kleiner als fünf Millimeter sind – ein Millimeter entspricht etwa der Dicke einer Kreditkarte – werden von Tieren wie Fischen, Muscheln oder Krebstieren aufgenommen. Weil sie so klein sind, können sie von diesen Tieren nicht mehr herausgefiltert werden und gelangen so in deren Körpergewebe. Wenn wir diese Tiere essen, nehmen wir das Mikroplastik mit auf. Besonders betroffen sind Meeresfrüchte, da sie das Wasser filtern und so ständig mit Mikroplastik in Kontakt kommen. Doch auch andere Lebensmittel können belastet sein: In Honig, Salz, Zucker und sogar Bier wurden bereits winzige Kunststoffpartikel nachgewiesen.

Ein oft unterschätzter Faktor ist das Verpackungsmaterial: Viele Lebensmittel werden in Plastik verpackt oder lagern in Kunststoffbehältern. Durch Abrieb oder durch den Kontakt mit heißen oder fettigen Speisen können winzige Partikel in die Nahrung übergehen. Selbst das Wasser, das wir trinken, ist betroffen. In Mineralwasser aus Plastikflaschen, aber auch im Leitungswasser, wurden Mikroplastikpartikel gefunden. Sie stammen aus dem Abrieb der Flaschen, aus der Produktion oder gelangen über die Umwelt ins Wasser.

Ein zweiter, besonders heimtückischer Weg ist die Aufnahme über die Atemluft. Viele Menschen denken bei Luftverschmutzung an Abgase oder Feinstaub, doch auch Mikroplastik ist mittlerweile ein Bestandteil der Luft, die wir täglich einatmen. Das liegt vor allem am Abrieb von Autoreifen – bei jedem Bremsvorgang lösen sich winzige Gummipartikel, die zu einem großen Teil aus Kunststoff bestehen.

Diese Partikel werden vom Wind aufgewirbelt und verteilen sich in der Luft. Aber auch unsere Kleidung spielt eine Rolle: Beim Waschen und Tragen von synthetischen Textilien wie Fleece, Polyester oder Nylon lösen sich feine Fasern, die so klein sind, dass sie mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Diese Fasern schweben im Hausstaub oder werden durch Lüften nach draußen getragen. Untersuchungen zeigen, dass wir täglich tausende dieser Partikel einatmen – und zwar nicht nur in Großstädten, sondern auch auf dem Land oder in den eigenen vier Wänden. Besonders anschaulich wird das, wenn man sich vorstellt, dass ein einziger Waschgang mit synthetischer Kleidung Millionen von Mikrofasern freisetzen kann.

Der dritte Hauptweg ist das Trinkwasser. Viele Menschen gehen davon aus, dass Leitungswasser in Deutschland und Europa besonders sauber ist. Doch auch hier wurden bei Untersuchungen Mikroplastikpartikel nachgewiesen. Sie stammen zum Beispiel aus den Kläranlagen, die nicht alle Partikel herausfiltern können, oder aus dem Abrieb von Rohrleitungen und Armaturen.

Bei abgefülltem Wasser kommt noch der Abrieb aus den Plastikflaschen hinzu. Das bedeutet: Egal, ob wir Leitungswasser oder Mineralwasser trinken, eine gewisse Menge an Mikroplastik nehmen wir fast immer zu uns. Zusammengefasst zeigt sich: Die Aufnahme von Mikroplastik ist kaum zu vermeiden, weil die Partikel überall in unserer Umwelt vorkommen. Sie sind so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, aber groß genug, um in unseren Körper zu gelangen und dort möglicherweise Schaden anzurichten.

Wo wurde Mikroplastik im Körper gefunden?

Dank moderner Messmethoden können Wissenschaftler heute selbst winzigste Kunststoffpartikel im menschlichen Körper nachweisen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind erstaunlich und teilweise beunruhigend. Zunächst fanden Forscher Mikroplastik im menschlichen Blut. Das bedeutet, dass die Partikel die Darmwand überwinden und in den Kreislauf gelangen können. „Mikroplastik im Körper: Was wir wissen – und was nicht“ weiterlesen

Asteroiden Kometen Meteoriten – alles Schnuppe?

Als ich letztens den Abendhimmel betrachtete, war ich überwältigt von der Farbenpracht, die sich über mir ausbreitete. Die Sonne war gerade hinter dem Horizont verschwunden, und die ersten Sterne begannen, glitzern zu erscheinen. 

Alles nur wegen einer Sternschnuppe

Ich saß auf einer Wiese, umgeben von der Stille der Nacht, und lehnte mich zurück, um die Schönheit des Universums zu genießen. Plötzlich blitzte etwas am Himmel auf – eine Sternschnuppe! Momentan war ich so verblüfft von dem Anblick, dass ich meinen Wunsch vollkommen vergaß. 

Sternschnuppen, Asteroide und Kometen
Sternschnuppen, Asteroide und Kometen

Just in dem Moment, als ich den Wunsch in meinem Herzen fühlte, war die Sternschnuppe auch schon verschwunden, und ich fühlte ein wenig Wehmut, dass ich nicht schnell genug war. Aber sofort war die Frage gegenwärtig: was ist eine Sternschnuppe eigentlich, was unterscheidet sie von Kometen, Asteroiden und Meteoriten? 

Die Himmelskörper in unserem Sonnensystem

Asteroiden sind relativ kleine und feste Körper, die sich hauptsächlich im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter bewegen. Sie bestehen überwiegend aus Gestein, Metall und anderen Elementen. Ihre Formen sind oft unregelmäßig und sie können sich in verschiedenen Größen jenseits einer kleinen Kieselgröße bis hin zu Hunderten von Kilometern erstrecken. Manche Asteroiden haben sogar ihre eigenen Monde. Einige Asteroiden sind Überbleibsel aus der frühen Zeit unseres Sonnensystems und geben Forschern wichtige Informationen über seine Entstehungsgeschichte.

Es gibt auch eine Gruppe von Asteroiden, die als Erdnahe Asteroiden bezeichnet werden, da sie möglicherweise in die Nähe der Erde gelangen. Ihre Umlaufbahnen können durch die Schwerkraft von anderen Planeten beeinflusst werden. Die Anzahl der bekannten Asteroiden wächst stetig dank moderner Teleskope, die den Himmel nach diesen faszinierenden Objekten absuchen.

Kometen hingegen sind Himmelskörper, die aus Eis, Staub und gefrorenen Gasen bestehen. Wenn sie sich der Sonne nähern, verdampfen die gefrorenen Materialien und bilden einen leuchtenden Schweif, der oft mehrere Millionen Kilometer lang sein kann. Diese Schweife zeigen immer in die entgegengesetzte Richtung zur Sonne, da der Sonnenwind die Staub- und Gaspartikel wegbläst.

Kometen stammen häufig aus den äußeren Regionen unseres Sonnensystems, insbesondere aus der Oortschen Wolke oder dem Kuipergürtel. Ihre Umlaufbahnen sind oft sehr elliptisch, was bedeutet, dass sie nur alle paar Jahre oder sogar Jahrhunderte in die Nähe der Erde kommen. Der berühmteste Komet, Halley, erscheint etwa alle 76 Jahre und ist bekannt dafür, dass er seit Jahrhunderten von vielen Kulturen beobachtet wird. Kometen sind oft mit einer Geschichte begleitet und lösen Faszination und Staunen aus, sobald sie am Nachthimmel erscheinen.


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Meteoriten sind Überreste von Asteroiden oder Kometen, die die Erdatmosphäre durchdringen und den Boden erreichen. Sie können winzig klein sein oder die Größe eines Autos haben. Wenn sie atmosphärische Reibung erfahren, leuchten sie hell und erzeugen eine sogenannte „Sternschnuppe“. Wenn sie nicht vollständig verglühen, können Teile auf der Erde landen und als Meteoriten gesammelt werden. Diese Objekte sind oft aus ähnlichen Materialien wie Asteroiden oder Kometen und können wertvolle Informationen über die Entstehung des Sonnensystems liefern.

Wissenschaftler nutzen Meteoriten, um die chemischen und physikalischen Bedingungen zu verstehen, die im frühen Sonnensystem herrschten. Es gibt auch verschiedene Klassen von Meteoriten, je nachdem, aus welchem Material sie bestehen – beispielsweise Steinmeteoriten, Eisenmeteoriten oder Stein-Eisenmeteoriten. Meteoriten können seltene Isotope enthalten, die uns mehr über die Geschichte des Universums erzählen können. „Asteroiden Kometen Meteoriten – alles Schnuppe?“ weiterlesen

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