Sauna für Anfängerinnen

Die Sauna ist ein Ort, an dem Körper und Geist in Einklang kommen, Stress abgebaut und das Immunsystem gestärkt wird. Doch der erste Besuch kann Unsicherheiten hervorrufen – gerade für Frauen, die vielleicht noch nie zuvor in einer öffentlichen Sauna waren.

Sauna für Anfängerinnen: Dein ausführlicher Guide für einen entspannten und sicheren Start

Welche Saunaarten sind für Anfängerinnen geeignet? Was muss ich einpacken? Wie läuft ein Saunabesuch überhaupt ab? Und wie gehe ich mit Nacktheit und Scham um, besonders im gemischten Bereich?

Sauna für Anfängerinnen
Sauna für Anfängerinnen

Dieser Artikel beantwortet all diese Fragen und gibt dir wertvolle, alltagstaugliche Tipps, damit dein erster Saunabesuch zu einem wohltuenden Erlebnis wird.

Vorbereitung: Was sollte in deine Saunatasche?

Eine gute Vorbereitung ist der Schlüssel für einen entspannten Saunabesuch. Hier eine ausführliche Packliste, damit du an alles denkst:

  • Zwei große Handtücher: Eines dieser Handtücher solltest du ausschließlich in der Sauna verwenden, um dich daraufzusetzen oder -zulegen. Das ist nicht nur angenehmer, sondern auch aus hygienischen Gründen Pflicht – kein Schweiß sollte direkt auf das Holz gelangen. Das zweite Handtuch brauchst du zum Abtrocknen nach dem Duschen oder zwischen den Saunagängen. Wähle am besten saugfähige, weiche Baumwollhandtücher in XXL-Größe, damit du dich komplett darauf betten kannst.

  • Bademantel: Ein kuscheliger Bademantel ist Gold wert, besonders in den Ruhepausen zwischen den Saunagängen oder auf dem Weg von der Umkleide zur Sauna. Er hält dich warm, sorgt für ein Gefühl von Geborgenheit und gibt dir ein Stück Privatsphäre, falls du dich in der Umgebung erst eingewöhnen musst.

  • Badeschlappen: Sie schützen deine Füße vor Keimen und verhindern, dass du auf nassen Fliesen ausrutschst. Wähle rutschfeste Modelle, die du leicht reinigen kannst. In vielen Saunaanlagen ist das Tragen von Badeschlappen außerhalb der Saunakabinen sogar Pflicht.

  • Pflegeprodukte: Duschgel, Shampoo und eventuell ein leichtes Gesichtsserum gehören in jede Saunatasche. Verzichte jedoch vor dem Saunieren auf reichhaltige Cremes oder Öle, da diese die Poren verschließen und das Schwitzen erschweren. Nach dem letzten Saunagang kannst du deiner Haut mit einer feuchtigkeitsspendenden Lotion oder einem Serum wieder etwas Gutes tun.

  • Optional: Wasserflasche, Haargummi, Bürste, kleines Handtuch für die Haare, Buch oder Zeitschrift für die Ruhepausen. Gerade langes Haar solltest du mit einem Haargummi oder Turban schützen, damit es durch die Hitze nicht austrocknet.

Welche Saunaarten sind für Anfängerinnen ideal?

Nicht jede Sauna ist gleich – und gerade als Einsteigerin solltest du dich langsam an verschiedene Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten herantasten. Hier die wichtigsten Saunaarten, die sich besonders gut für den Einstieg eignen:

  • Bio-Sauna (Sanarium): Diese milde Variante arbeitet mit Temperaturen zwischen 50 und 60°C und einer erhöhten Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 55 Prozent. Das Klima ist angenehm sanft, der Kreislauf wird geschont. Ideal für alle, die sich langsam an die Sauna herantasten möchten.

  • Dampfbad: Mit Temperaturen um die 45°C und einer Luftfeuchtigkeit von nahezu 100 Prozent ist das Dampfbad extrem haut- und atemwegsfreundlich. Der Dampf legt sich wie ein sanfter Schleier auf die Haut, die Atemwege werden befeuchtet, und der Körper kann sich langsam an die Wärme gewöhnen. Besonders empfehlenswert für Menschen mit empfindlicher Haut oder Atemwegserkrankungen.

  • Infrarotkabine: Hier wird die Wärme nicht durch heiße Luft, sondern durch Infrarotstrahlung erzeugt, die tief in die Muskulatur eindringt. Die Temperaturen sind mit 40 bis 60°C sehr moderat, das Schwitzen setzt sanft ein. Diese Saunaart ist besonders angenehm für Anfängerinnen, die sich vor großer Hitze scheuen.

  • Finnische Sauna: Die klassische finnische Sauna arbeitet mit Temperaturen zwischen 80 und 100°C und einer sehr niedrigen Luftfeuchtigkeit. Für Anfängerinnen empfiehlt sich ein kurzer Aufenthalt auf den unteren oder mittleren Bänken, da es dort weniger heiß ist. Mit etwas Erfahrung kannst du dich langsam steigern.

  • Aromasauna: Hier werden ätherische Öle eingesetzt, die nicht nur für einen angenehmen Duft sorgen, sondern auch die Atemwege befreien und das Wohlbefinden steigern. Die Temperaturen sind meist moderat, sodass auch Anfängerinnen diese Saunaart genießen können.

Tipp: Probiere verschiedene Saunaarten aus und finde heraus, welche dir am meisten zusagt. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ – dein Wohlbefinden steht im Mittelpunkt!

Der Ablauf: So läuft ein Saunabesuch ab

Ein Saunabesuch folgt meist einem festen Ablauf, der sich bewährt hat. Hier die einzelnen Schritte ausführlich erklärt:

  1. Vorbereitung: Bevor du die Sauna betrittst, solltest du dich gründlich abduschen. Das entfernt Schweiß, Schmutz, Parfüm und Kosmetikrückstände, die sonst beim Erhitzen unangenehm riechen könnten. Trockne dich danach gut ab – trockene Haut schwitzt schneller und intensiver.

  2. Saunagang: Betritt die Sauna leise und halte nach freien Plätzen Ausschau. Als Anfängerin setze dich auf die untere oder mittlere Bank, da die Hitze nach oben steigt und es dort weniger heiß ist. Breite dein Handtuch so aus, dass kein Körperteil das Holz berührt. Bleibe für den ersten Saunagang etwa 8 bis 12 Minuten in der Kabine. Es ist völlig in Ordnung, die Sauna früher zu verlassen, wenn du dich unwohl fühlst. Kurz vor dem Ende solltest du dich aufrecht hinsetzen, damit dein Kreislauf sich an die stehende Position gewöhnt.

  3. Abkühlen: Nach dem Saunagang ist es wichtig, den Körper langsam abzukühlen. Gehe zunächst an die frische Luft – das bringt Sauerstoff in die Lunge und hilft, die Körpertemperatur zu senken. Danach folgt eine kalte Dusche: Beginne an den Füßen und arbeite dich langsam nach oben, damit dein Kreislauf nicht überfordert wird. Viele Anlagen bieten auch Tauchbecken oder Kneipp-Schläuche an – probiere aus, was dir am angenehmsten ist.

  4. Ruhepause: Gönne dir nach jedem Saunagang eine Ruhepause von mindestens 20 Minuten. Setze oder lege dich entspannt hin, kuschle dich in deinen Bademantel und genieße das Gefühl der tiefen Entspannung. Trinke in dieser Zeit gerne Wasser oder ungesüßten Tee, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

  5. Wiederholung: Zwei bis drei Saunagänge sind für Anfängerinnen ideal. Mit mehr Erfahrung kannst du die Anzahl steigern, aber höre immer auf deinen Körper – Qualität geht vor Quantität!

Saunaregeln: Do’s and Don’ts für Männer und Frauen

Damit sich alle wohlfühlen, gibt es in der Sauna einige grundlegende Verhaltensregeln:

  • Ruhe und Rücksicht: Die Sauna ist ein Ort der Entspannung. Laute Gespräche, Musik oder Telefonieren sind tabu. Genieße die Stille und respektiere die Privatsphäre der anderen. Wenn du dich unterhalten möchtest, tue das leise und außerhalb der Saunakabine.

  • Hygiene: Dusche dich vor jedem Saunagang gründlich ab und trockne dich ab. Lege immer ein Handtuch unter den gesamten Körper, auch unter die Füße. Das schützt das Holz und ist ein Zeichen von Rücksichtnahme.

  • Blickkontakt vermeiden: Gerade im gemischten Bereich ist es höflich, anderen nicht direkt in die Augen zu sehen. Ein freundliches Nicken reicht völlig aus. Niemand möchte sich beobachtet fühlen.

  • Platz nehmen: Frage höflich, wenn du dich zu jemandem setzen möchtest, und halte ausreichend Abstand. Die Sauna ist kein Ort für Körperkontakt mit Fremden.

  • Nacktheit respektieren: In deutschen Saunen ist Nacktheit die Norm, aber niemand wird gezwungen, sich komplett zu entkleiden. Ein großes Handtuch als „Saunakilt“ ist vollkommen akzeptiert. Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst.

  • Selbstbestimmung: Wenn dir schwindelig wird oder du dich unwohl fühlst, verlasse die Sauna sofort. Es ist kein Wettbewerb, wer am längsten durchhält. Höre immer auf dein Körpergefühl.

Nacktheit und Scham: Tipps für einen entspannten Umgang, besonders im gemischten Bereich

Viele Anfängerinnen empfinden Nacktheit in der Sauna zunächst als ungewohnt oder sogar unangenehm – das ist völlig normal. In deutschen Saunen ist Nacktheit üblich, aber nicht verpflichtend. Du kannst dich jederzeit in dein Handtuch wickeln und so viel bedecken, wie du möchtest. Die Atmosphäre in der Sauna ist meist sehr respektvoll. Niemand achtet auf Makel oder vergleicht sich mit anderen. Die meisten Menschen sind auf sich selbst konzentriert und schätzen die entspannte, wertfreie Stimmung.

Im gemischten Bereich gilt: Jeder achtet auf sich selbst. Sollte dir eine Situation unangenehm sein, verlasse den Raum oder sprich das Personal an. Mit der Zeit gewöhnen sich die meisten Frauen an die Nacktheit – sie wird zur Nebensache und oft sogar als befreiend empfunden. Wichtig ist: Du entscheidest, womit du dich wohlfühlst.


Der erste Saunabesuch kann aufregend sein, aber mit der richtigen Vorbereitung, etwas Hintergrundwissen und einem gesunden Maß an Selbstvertrauen wird er zu einem echten Wohlfühlerlebnis. Packe deine Tasche mit Bedacht, wähle eine Saunaart, die zu dir passt, halte dich an die wichtigsten Regeln und höre immer auf dein eigenes Körpergefühl.

Die Sauna ist ein Ort der Entspannung, an dem alle willkommen sind – unabhängig von Erfahrung, Aussehen oder Geschlecht. Lass dich auf das Abenteuer ein, probiere verschiedene Saunaarten aus und finde deinen eigenen Weg zur Entspannung. Willkommen in der Schwitz-Community – du wirst sehen: Es lohnt sich!

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