Natur erleben und draußen spielen | Erziehung

Natur pur erleben ist für Kinder das größte Abenteuer ihres Lebens. Nichts, auch kein noch so tolles Computerspiel, kann Kindern diese Erfahrungen geben, die sie beim Spielen im Freien machen. Dass das Spielen in der Natur gesund und wichtig ist, wissen wir schon lange, jetzt aber gibt es Studien, die es auch belegen.

Natur erleben stärkt Selbstbewusstsein und Kreativität

Die Hirnforschung kommt zu der Erkenntnis, wie elementar der Kontakt zu Tieren und Pflanzen ist, das Bewegen in der Natur, vom Bäumeklettern bis hin zum Tipi bauen. Dieses Erleben der Natur fördert die emotionale Bindungsfähigkeit, die Empathie und auch Kreativität, Fantasie und Lebensfreude werden gestärkt, kurz gesagt: Das Spielen in der Natur macht unsere Kinder zu sozialeren, mitfühlenden Menschen.

Kinder in der Natur
Spielen in der Natur – Bild von Amanda McConnell auf Pixabay

Kinder erfahren sich im Spiel und in der Bewegung

Wer Natur erlebt, erlebt sich selbst. Wo ist man mehr mit sich im Einklang, als beim Streifen durch weite Felder, beim Fröschebeobachten in den Bächen oder beim Versteckspiel im Wald. Kinder finden und testen ihre Grenzen beim freien Spiel in der Natur, lernen sich besser kennen, unabhängig davon, ob sie beim Baumerklimmen nun weniger hoch in die Wipfel kommen als der beste Freund.

Die Natur bringt Kinder zu ihren Wurzeln, zu ihrem eigenen Ich, etwas, das kein Fernseher vermag. Somit stärkt das Erlebnis Natur auch nachhaltig das Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein der Kinder, was wichtige Elemente in unserer leistungsorientierten Gesellschaft sind. Natur erleben sollte demnach am besten auf dem Lehrplan aller Schulen stehen!

Natur erleben heißt menschlichen Bedürfnissen folgen

Kinder, die draußen spielen, folgen den ureigenen Instinkten der Menschheit. Der Mensch ist beseelt von der Liebe zum Lebendigen – die Natur ist für Kinder eine geheimnisvolle Oase des Lebens, hier können sie nach Herzenslust beobachten, forschen und lernen, nirgendwo sonst wird Leben konkreter und greifbarer, als beim Erleben der Natur. Buchstäblich halten die Kinder im Freien das Leben in ihren Händen. In Amerika, in dem Land der einst unbegrenzten Möglichkeiten, spricht man heute schon von einer Naturmangelstörung bei Kindern, ein Begriff, den Richard Louv geprägt hat. Allein, dass dieser Begriff existiert, zeigt, wie wichtig der Aufenthalt im Freien, auf Wiesen und Feldern, im Wald oder auch im Garten für unsere Kinder ist! Gönnen Sie ihrem Kind also zahlreiche Stunden im Freien, damit es sich selbst und die Natur erleben kann.

Draußen spielen macht Kinder glücklich

Denke ich an meine eigene Kindheit zurück, erinnere ich mich daran, dass ich sehr viel Zeit an der frischen Luft verbracht habe. Ich habe mit Nachbarskindern in der Wiese gespielt, im Wald haben wir nach Stöcken und Laub gesucht. Geschaukelt haben wir gefühlt bis in den Himmel. Unabhängig davon ob es draußen warm oder kalt war, sonnig oder verregnet – immer habe ich an der frischen Luft gespielt und mit Materialien aus der Natur, ganze Welten erschaffen.

Seither hat sich Einiges geändert. Viele Kinder schauen heutzutage lieber fern und spielen Computerspiele als raus an die frische Luft zu gehen. Da ist vordergründig die Initiative der Eltern gefragt, ihren Sprösslingen schon in der frühkindlichen Erziehung, Freude an Spiel und Bewegung in der Natur zu vermitteln.

Zudem ist das Spiel an der frischen Luft und die Nähe zur Natur gut für das Immunsystem, das maßgeblich in der Kindheit aufgebaut wird. Daher profitieren selbst Erwachsene noch davon, wenn sie als Kinder viel draußen spielen durften, indem sie weniger anfällig für Infekte und Erkältungskrankheiten sind.

Zahlreiche Probleme ergeben sich, wenn Kinder primär in der Stube hocken. Immer mehr Kinder leiden an Übergewicht, da sie einen Mangel an Bewegung haben. Kommt noch eine kalorienreiche und ungesunde Ernährungsweise hinzu, steigt das Risiko auch schon für Kinder, an Zivilisationskrankheiten wie Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Auch reduziert sich die Konzentrationsspanne, wenn Kinder permanentem Medieninput ausgesetzt sind und keinen Ausgleich ermöglicht bekommen, zum Beispiel durch Spielen und Bewegung in der Natur. Denn diese regt die Gehirnaktivität an, lässt Blut und Sauerstoff im Körper besser zirkulieren und fördert so auf natürliche Weise die Konzentration des Kindes.

Ein weiterer positiver Effekt ist, dass die lieben Kleinen einfach ausgeglichener sind, wenn sie sich regelmäßig austoben dürfen. Der Grund ist das Glückshormon Serotonin, das bei körperlicher Aktivität ausgeschüttet wird. Wer zieht nicht ein glückliches, einem nörgelnden Kind vor?

Manche Dinge ändern sich jedoch nicht: Hat man es geschafft, die Kinder nach draußen zu locken und sie toben auf dem Spielplatz oder rennen im Wald, bleiben Schrammen und blaue Flecken nicht aus. Die Kleidung bleibt da nicht immer unbeschadet.

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Bei vollem Körpereinsatz geht die Kleidung der Kinder schnell kaputt. Da müssen wir Eltern die Sachen flicken. Inzwischen gibt es diverse Internetshops, die farbenfrohe, witzige Bügelbilder und Aufnäher anbieten. Bei solch schönen Motiven verschmerzt man als Eltern gern mal einen Riss in Jacke oder Hose. Wie schön, dass sich manche Dinge eben nicht ändern.

 

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