Sexueller Missbrauch – Schutz und Symptome | Erziehung

Alle Eltern wollen ihre Kinder so gut es geht vor Gewalt und sexuellem Missbrauch schützen. Aber ab wann kann man dieses Thema überhaupt mit Kindern besprechen? Und vor was genau warnt man sein Kind im Speziellen? Ist es nötig, alle Details offenzulegen oder reichen ein paar Grundregeln, um das Kind vor sexuellen Übergriffen zu schützen? Im Hinblick darauf, dass die Täter oft Familienangehörige sind, ist das Thema sexueller Missbrauch noch schwieriger und sollte mit möglichst viel Fingerspitzengefühl angegangen werden. Ganz wichtig ist es, dem Kind zu vermitteln, dass es mit jedem Problem und allen Ängsten immer zu den Eltern kommen darf.

Sexueller Missbrauch – Schutz durch starkes Selbstbewusstsein

Selbstbewusste Kinder werden seltener Opfer von sexuellem Missbrauch. Die Hemmschwelle für den Täter scheint hier höher, da er die Befürchtung hegt, das Kind könnte sich wehren oder die Übergriffe zuhause thematisieren. Es ist also wichtig, seinem Kind ein möglichst positives Selbstbild zu vermitteln und auf seine körperlichen Bedürfnisse zu achten und sie zu respektieren. Das fängt schon beim Kuss des Onkels an, den das Kind verweigert. Hier niemals auf Berührungen oder Zärtlichkeiten bestehen, die dem Kind unangenehm sind.

Kindesmissbrauch verhindern
Stoppt Kindesmissbrauch

Ein „Das ist doch nicht so schlimm, reiß dich zusammen, sonst ist der Onkel beleidigt“ ist ein Beet, in dem die Saat des Täters in Zukunft keimt. Denn auch er kann mit solchen Sprüchen ein Kind zu Dingen bewegen, die es nicht möchte. Was ein Kind möchte und was nicht, bestimmt es selbst. Es kostet auch Mut, zu sagen, dass man nicht von der Tante angefasst werden will. Dafür brauchen die Kinder Selbstbewusstsein und das Gefühl, mit ihrem Körper eigenbestimmt umgehen zu dürfen.

Ist ihr Kind eher schüchtern und zurückhaltend, können Sie sein Selbstvertrauen auch in speziellen Kursen stärken. Die gibt es heute fast in jeder Stadt, selbst Selbstverteidigung für Kindergartenkinder bieten manche Organisationen an. Es geht nicht darum zu behaupten, dass ein Kindergartenkind sich gegen einen Erwachsenen effektiv zur Wehr setzen könnte, aber das Wissen, das ein Kind in so einem Kurs erwirbt, macht es selbstbewusster und mutiger – und bringt es damit aus der Opferrolle.

Offenheit und Aufklärung schützen!

Eine gute Beziehung zu Ihrem Kind ist das A und O, damit sich Ihr Kind Ihnen anvertraut, falls es in Not gerät. Nebenbei sollten Sie Ihr Kind in puncto Sexualität aufklären, und zwar offen und ohne Scham. Die Geschichte mit den Bienchen und Blümchen ist lange vorbei.

Ein Kind kann nur benennen, was es kennt. Seien Sie also so offen wie möglich, geben Sie allen Körperteilen die richtigen Namen und scheuen Sie sich nicht davor, die Fragen Ihres Kindes ehrlich zu beantworten.

Wenn Ihr Kind fragt – und es wird fragen, da alle Kinder ab einem gewissen Alter dafür Interesse haben! –, wo die Babys herkommen, dann erzählen Sie es ihm so unbefangen wie möglich und lassen Sie den Storch außen vor. Es gibt mittlerweile wunderbare Aufklärungsbücher und -broschüren, die Eltern helfen, das Thema Sexualität ohne Hemmungen anzugehen.

Drohung und Belohnung– die Methoden des Täters mit Kindern besprechen

Kinder ab dem Grundschulalter sollten wissen, was sexueller Missbrauch ist. Erklären Sie Ihrem Kind möglichst sachlich und ohne Angst, dass sexueller Missbrauch immer wieder vorkommt. Natürlich ist es eine Gratwanderung zwischen Warnen und Ängstigen.

Daher ist es wichtig, dass Sie Ihrem Kind auch sagen: Das gibt es, aber es passiert selten. Aber wenn es passiert, muss man darüber sprechen. Die häufigste Methode von Tätern ist es, das Kind zum Schweigen zu animieren. Er wird Drohungen aussprechen oder versuchen, das Kind zu erpressen. Oder er gibt Versprechen und belohnt das Kind für sein Schweigen. Auch das sollte Ihr Kind wissen. Wer die Methoden kennt, erkennt auch leichter, wann ein sexueller Missbrauch beginnt und kann sich dagegen wehren.

Denn oft beginnt der sexuelle Missbrauch schleichend und nicht von einer Sekunde auf die andere. Ein Täter tastet sich vorwärts und überschreitet mit der Zeit immer mehr Grenzen. Ermutigen Sie Ihr Kind also, über alles, was ihm unangenehm ist, sofort zu sprechen, auch wenn es bedroht wird. Es muss wissen, dass es nur geschützt werden kann, wenn es darüber spricht.

Wie kann man Kinder vor sexuellen Übergriffen im Internet schützen?

Das Internet bietet neben kleineren Betrügereien auch sexuell motivierten Straftätern einen neuen Raum. Dieser Raum sollte von den Eltern auch tatsächlich als solcher betrachtet werden.

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Schutz vor sexueller Belästigung im Internet

Tatort: Internet ist an für sich bestens geeignet, um unerkannt zu bleiben, denn er hält etwas parat, was das wahre Leben nicht vermag: absolute Anonymität und keine Zeugen. Somit findet gerade dieser neue Tatort regen Zuspruch.

Leider sind hier vor allem die Kinder, die sich mit den Regeln dieser neuen Welt noch nicht so besonders gut auskennen, die Leidtragenden. Zum Glück gibt es aber ein paar Grundregeln, mit denen es auch den Jüngsten möglich ist, sich gefahrlos in der Welt des Netzes zu bewegen.

Anonymität der Täter versus Offenheit der Opfer

Täter kommen im Internet sehr leicht an Bilder, Mail-Adressen, Telefonnummern und sogar Adressen ihrer Opfer. Da Kinder und Jugendliche diese oft sogar öffentlich auf bekannten Seiten posten, ist es für sie ein Kinderspiel und das Wissen darum allein nicht strafbar. Meist nehmen die Täter über diese Informationen irgendwann Kontakt zu ihren Opfern auf, machen sich oft jünger, als sie sind, und täuschen gemeinsame Interessen vor. Manchmal sind es auch Chatrooms oder öffentliche Foren, über die ein erster Kontakt stattfindet. In diesen Foren sammeln sich Jugendliche mit gemeinsamen Interessen (zum Beispiel Portale, in denen junge Leute eigene Geschichten einstellen können, die dann bewertet werden), sodass eine Kontaktaufnahme über das gemeinsame Hobby noch unauffälliger ist. Der Täter benutzt meist ein unechtes Profil, das heißt, seine eigenen Daten (Geburtsdatum, Wohnort, Schulausbildung) entsprechen wie oben schon erwähnt nicht der Realität.

Die Vermeintliche Sicherheit des Internets

Das Problem ist auch, dass sich viele Kinder und Jugendliche in den eigenen vier Wänden geschützt fühlen. Die Welt im Netz ist virtuell, also erscheint auch die Gefahr nur virtuell zu sein und nicht den Weg in die Realität zu finden. Doch ab wann beginnt sexueller Missbrauch? Es muss nicht immer zu einem Treffen mit dem Täter kommen, um von sexuellem Missbrauch zu sprechen. Manche Täter schicken den Opfern Bilder mit sexuellen Motiven oder Filme mit sexuellen Inhalten – auch das ist schon eine kriminelle Handlung, weil es das Kind, je jünger und unerfahrener es ist, verstören und ängstigen kann. Auch anzügliche Mails oder die Aufforderung, selbst Bilder zu schicken, sind sexuell motivierte Straftaten.

Belästigung am Arbeitsplatz
Auch sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist kein Kavaliersdelikt

Die perfekte Welle für sicheres Surfen – Tipps für Kids

Oberstes Gebot ist Anonymität. Veröffentliche weder deine Adresse noch deine Telefonnummer im Internet. Sende auch niemals einem Fremden deine Daten, schon gar keine Kontodaten oder Familienbilder. Wenn du einen Nickname benutzt, dann sollte er weder deinen echten Namen enthalten noch dein Alter preisgeben, wie zum Beispiel Lisa99. Hieraus kann der Täter schließen, dass Lisa im Jahr xxxx geboren wurde. Verwende allgemeine Zahlen und Namen. Auf Seiten wie Facebook  fällt man eher auf, wenn man kein eigenes Foto einstellt. Achte aber hier darauf, dass das Foto keine Einladung für sexuelle motivierte Täter ist.

Realität gegen virtuellen Raum. Das Netz ist ein Raum, ein Raum ohne Grenzen und mit unbegrenzten Möglichkeiten. Hier tummelt sich alles: vom netten Freund über den Kleinkriminellen bis hin zum Bankräuber und Kinderschänder. Oft kleiden sich gerade die schlimmsten Verbrecher mit dem harmlosesten Gewand. Sei dir bewusst, dass nicht hinter jeder netten Kontaktaufnahme auch wirklich ein Freund steckt.

Wenn dir etwas komisch vorkommt, rede mit deinen Eltern darüber. Lass dich nicht zu etwas verleiten, das du nicht möchtest. Private Bilder und Telefonnummern gehören ebenso wie Reistermine nicht in die Hände von Fremden.

Mache dir bewusst, dass sich hinter den virtuellen Profilen echte Menschen verbergen. Nicht jeder ist ein Freund – und ob MickeyMouse17 wirklich der süße Typ mit der besten Stimme ist, für den er sich ausgibt, bleibt fraglich.

Keine Treffen mit Internet-Bekannten. Triff dich niemals mit einem Bekannten, den du nur aus dem Internet kennst. Hier lauert eine der größten Gefahren. Reagiere nicht auf Einladungen dieser Art! Im Gegenteil: Kommen sie dir komisch vor, solltest du dieses Profil sofort dem Administrator des Forums melden. Dasselbe gilt für den Fall, wenn dich jemand mit Inhalten sexueller Art konfrontiert, seien es Videos, Fotos oder Texte mit entsprechenden Andeutungen. Der Betreiber der Seite kann dann unverzüglich die Polizei einschalten.

Wo beginnt sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen?

Wer glaubt, sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen würde erst dann beginnen, wenn es zu irgendeiner Form sexueller Handlung kommt, irrt sich. Aber wo genau fängt sexueller Missbrauch oder sexuelle Belästigung eigentlich an? Ganz klar kann man diese Grenze nicht eindeutig ziehen. Jedoch ist alles, was die Würde und den Willen des Kindes verletzt, eindeutig eine kriminelle Handlung.

Schutz vor Missbrauch
Schutz vor sexuellem Missbrauch von Kindern

Nach dieser Definition kann dies sogar auch ein eindeutiger Blick oder eine obszöne Bemerkung sein. Unsere Gesellschaft ist bei diesem Thema übersensibilisiert, was zum einen sehr positiv ist, und alle, die in pädagogischen Einrichtungen tätig sind, hellhörig macht. Es führt aber auch dazu, dass vorwiegend Väter zunehmend gehemmter mit ihren Kindern umgehen, um nichts falsch zu machen.

Sexueller Missbrauch in seinen Erscheinungsformen

Zu Beginn steht die Belästigung. In Chaträumen oder Foren werden Kindern oder Jugendlichen Videos oder Fotos mit obszönen Inhalten geschickt. Manchmal werden sie auch aufgefordert, sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen, meist via Skype, sodass es dem Täter möglich ist, dabei zuzusehen. Andere Formen der Belästigung sind das Ansprechen auf der Straße oder das Nachrufen eindeutiger sexueller Wörter und Inhalte.

Der nächste Schritt ist das Berühren des Kindes. Der Täter verlangt, von dem Kind im Schambereich angefasst zu werden, fasst es selbst an oder animiert es dazu, sich selbst zu berühren und ihn zusehen zu lassen. Das Berühren kann bis zur Vergewaltigung führen und/oder alle anderen Sexualpraktiken einschließen. Auch Kinderpornografie gehört natürlich in den Bereich des sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen. Hier wird das Kind genötigt, sich auszuziehen und sich filmen und fotografieren zu lassen. Manchmal wird es auch gezwungen, sich pornografische Bilder und Filme anzusehen oder bei Praktiken anderer zuzuschauen. Die Formen des sexuellen Missbrauches sind so vielfältig wie die krankhaften Fantasien der Täter!

Warum kommt es so selten zur Anzeige?

Die Dunkelziffer von sexuellem Missbrauch ist erschreckend hoch. Das resultiert daraus, dass die Täter oft aus dem Umfeld des Kindes stammen. In den meisten Fällen sind es leider Familienangehörige, die ihre Machtposition über das Kind ausnutzen. Das Kind steht in einem Abhängigkeitsverhältnis, seelisch wie körperlich, und kann sich lange Zeit nicht gegen die sexuellen Übergriffe wehren. Selbst wenn es sich entschließt, mit einem anderen Erwachsenen der Familie zu sprechen, führt das oftmals nicht zur Anzeige bei der Polizei. Fakt ist, je näher ein Kind einem Täter steht, desto unwahrscheinlicher ist es, dass das Vergehen angezeigt wird und vor Gericht kommt. Fakt ist auch, dass immer noch überwiegend Mädchen die Opfer der kriminellen Handlung sind. Die männlichen Täter stammen meist aus dem direkten Umfeld oder dem näheren Bekanntenkreis.

Signale für sexuellen Missbrauch

Da die Opfer meist lange Zeit schweigen, ist es sehr schwierig, den sexuellen Missbrauch aufzudecken. Erkannt wird er oft, wenn es zu spät ist und bereits seelische oder körperliche Symptome aufgetreten sind. Es gibt eine Reihe von Anzeichen, die auf einen sexuellen Missbrauch hindeuten können, aber nicht zwingend hindeuten müssen.

Weinendes Mädchen
Was sind typische Signale nach sexuellem Missbrauch?

Gerade bei diesem Thema scheuen sich viele, überhaupt einen Verdacht auszusprechen, da natürlich ein zu Unrecht Beschuldigter oft ein Leben lang mit den Anschuldigungen zu kämpfen hat und oft nie wieder wirklich resozialisiert wird. Allerdings kann es nur im Sinne der Opfer sein, lieber einmal einen Verdacht mehr zu äußern, als dass ein Missbrauch übersehen wird und das Opfer über Jahre hinweg leidet.

Verhaltensänderungen sind verdächtig!

Verhaltensänderungen sind oft erste Anzeichen für einen sexuellen Missbrauch. Das bedeutete aber nicht, dass jeder Verhaltensauffälligkeit ein sexueller Missbrauch zugrunde liegt. Ebenso gut können Ärger mit Freunden, der Schuleintritt oder der Verlust einer nahe stehenden Person diese Änderung im Verhalten bedingen. Auch manche Lernprozesse und Entwicklungsschritte sind oft ursächlich für eine vorübergehende Verhaltensauffälligkeit.

Genaues Beobachten gibt oft Aufschluss, man darf aber auch nicht vergessen, dass jedes Kind den Missbrauch je nach Charakter, Alter, Täter und Konstitution anders verarbeitet. Wichtig: Je mehr Auffälligkeiten sich zeigen, desto mehr erhärtet sich der Verdacht!

Regression in frühkindliche Verhaltensmuster

Eine Reihe von Signalen sind besonders verdächtig und sollten die Eltern hellhörig machen. Hierzu gehören vor allem bei Kleinkindern: Schlafstörungen und vermehrtes Auftreten von Albträumen, Einnässen oder Einkoten nach längerem Saubersein, neue Ängste oder Phobien generell, weinerliches Verhalten, Regression in kindliche Verhaltensweisen, die das Kind eigentlich schon abgelegt hatte (zum Beispiel Daumenlutschen, Babysprache), erhöhtes Sicherheitsbedürfnis, Appetitlosigkeit oder auch Heißhunger, Kontaktarmut, Angst vor sozialen Beziehungen, Rückzug in eine eigene Welt, auffälliges Interesse an Körpern anderer Kinder und Erwachsener, das sich auch im Spiel in besonderer Form zeigt (sexuelle Handlungen werden oft im Spiel nachgestellt oder sind Thema des Spiels), Verlust des Interesses auch an schönen Dingen.

Bei älteren Kindern kommen oft noch andere Auffälligkeiten hinzu, die vom Drogenkonsum über Straftaten, Depressionen, Selbstmordgedanken, Essstörungen bis hin zu einem Abnehmen der schulischen Leistungsfähigkeit reichen können. Oft zeigen solche Jugendlichen auch ein auffallend von der Norm abweichendes sexuelles Verhalten.

Körperliche Symptome eines sexuellen Missbrauches

Zu den oben genannten Verhaltensänderungen kommen meist auch körperliche Symptome, die allein oft aber keinen ausreichenden Hinweis auf einen sexuellen Missbrauch geben. Oft werden sie nur im Zusammenhang mit den psychischen Auffälligkeiten verdächtig. Bauchschmerzen, Magenschmerzen, Blutergüsse, Blut im Urin (bei Blasenentzündungen) oder Stuhlgang (durch Analfisteln) können krankhafter und mehr oder weniger harmloser Natur sein, sind allerdings oft auch Anzeichen eines sexuellen Missbrauchs. Auffälliger sind Schmerzen im Genitalbereich, häufiger Juckreiz, Unterleibsverletzungen, Geschlechtskrankheiten bis zur ungewollten Schwangerschaft.

Was tun, wenn das eigene Kind sexuell missbraucht wurde?

Sexueller Missbrauch wird entweder aufgedeckt, wenn sich das Kind einem Erwachsenen anvertraut, oder wenn es bereits auffällige Symptome zeigt und die Eltern misstrauisch werden und beginnen, Nachforschungen anzustellen.

Dem Schock folgt oft die Ohnmacht! Was nun? Wie gehe ich weiter vor, um mein Kind zu schützen und den Täter zu strafen? Wenn sich das Kind zu dem Thema äußerst, wird es das meist entweder verschlüsselt oder nur in Bruchstücken tun. Es gibt eine Reihe von Symptomen, die auf einen sexuellen Missbrauch hinweisen und an anderer Stelle ausführlich aufgeführt wurden.

Ganz wichtig ist, dass man das Kind ernst nimmt, wenn es einen Missbrauch andeutet. In den wenigsten Fällen denken sich Kinder so etwas aus. Also nehmen sie jede Andeutung ernst, so gering und verschlüsselt sie auch sein mag.

Symbolfoto Misshandlung von Kindern
Signale für sexuellen Missbrauch eines Kindes

Erschwerend kommt hinzu, dass Kinder sich oft nicht äußern, weil der Täter aus dem unmittelbaren Umfeld kommt, meist sogar aus der eigenen Familie! Das kann oft die größte Hemmschwelle für Kinder sein!

Ruhe bewahren und das Kind stärken!

Bewahren Sie Ruhe, auch wenn es schwerfällt. Das Kind ist in einer Situation, in der es sich ohnmächtig, verwirrt und oft auch schuldig fühlt. Nicht selten sind es die Täter selbst, die dem Kind die Schuld einreden.

Ganz wichtig ist, sich professionelle Hilfe zu holen und das möglichst schnell. Sie können Ihr Kind trösten, es stärken, es schützen und auffangen, aber nur Psychologen und Fachkräfte sind geschult, die psychischen Schäden, die jeder Missbrauch hinterlässt, geeignet zu therapieren. Sie helfen auch den Eltern, besser mit dem sexuellen Missbrauch ihres Kindes zurechtzukommen, können auf schwierige Situationen und den Umgang mit ihnen hinweisen.

Sie als Elternteil können dem Kind durch einen möglichst geregelten Tagesablauf helfen. Auch wenn das unsinnig und fehl am Platz zu sein scheint: Gewohnheit gibt auch Sicherheit und hilft dem Kind, die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.

Was man tun kann, wenn ein Verdacht vorliegt

Manchmal beginnt es mit einem leisen Verdacht, der sich recht bald erhärtet. Wenn das Kind nicht selbst über den sexuellen Missbrauch spricht, sollte man es keinesfalls mit direkten Fragen bombardieren, denn sonst kann es sein, dass sich das Kind komplett verschließt.

Lassen Sie das Kind von seinem Tag erzählen, ausführlicher als sonst, und hören Sie aufmerksam zu, ob es wie beiläufig von unangenehmen Vorkommnissen spricht. Manchen Sie niemals – wirklich niemals – dem Kind einen Vorwurf nach dem Motto: „Das hättest du aber viel früher sagen müssen!“ Oder noch schlimmer: „Warum hast du dir das denn gefallen lassen!“ sowie: „Ich an deiner Stelle hätte …“

Solche Aussagen fördern das Schuldgefühl des Kindes noch und es fühlt sich hinterher noch schlechter. Es kostet ein Kind viel Mut, den Missbrauch überhaupt zu thematisieren. Hat man sich von dem ersten Schock erholt, sollte man wie oben erwähnt, Fachpersonal um Hilfe bitten. Dazu gehört meist auch die Polizei, denn ein Kindesmissbrauch ist ein schweres Vergehen, das bestraft werden muss, um alle anderen Kinder vor diesem Täter zu schützen. Wie und wann die Polizei eingeschaltet wird, sollte zum Wohl des Kindes in Absprache mit den Psychologen geschehen.

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